Anleihe-Emissionen
Rettungsfonds bekommt Geld fürs Schuldenmachen

Der Rettungsfonds EFSF kassiert von den Investoren Geld für seine Anleihen. Auch das hochverschuldete Spanien erwischt heute einen guten Tag am Kapitalmarkt. Aber wie lange währt das Vertrauen in die Südeuropäer?
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MadridDer Euro-Rettungsfonds EFSF hat erneut beim Schuldenmachen Geld verdient. Er sammelte am Dienstag bei einer Auktion von dreimonatigen Geldmarktpapieren knapp 1,5 Milliarden Euro ein. Die Anleger zahlten dafür eine Prämie, anstatt sich ihr Geld wie üblich verzinsen zu lassen. Dieses Kunststück war dem EFSF auch schon bei der vorangegangenen Versteigerung im Juli gelungen.
Die durchschnittliche Rendite betrug diesmal minus 0,018 Prozent. Im Vormonat waren es minus 0,0113 Prozent. Das Interesse an den Wertpapieren ließ etwas nach: Die Auktion war 2,6-fach überzeichnet, nachdem die Nachfrage das Angebot zuletzt um das 3,0-Fache übertroffen hatte.

Der EFSF wurde im Frühsommer 2010 aus der Taufe gehoben. Er soll Euro-Länder wie Irland und Portugal mit Krediten versorgen, die weitgehend vom Kapitalmarkt abgeschnitten sind oder nur zu untragbar hohen Zinsen Geld bekommen. Papiere des EFSF werden von den großen Ratingagenturen mit der besten Bonitätsnote AAA bewertet. In der Schuldenkrise meiden viele Investoren risikoreiche Anlagen und verzichten damit auf höhere Renditen. Als ausfallsicher geltende Anleihen sind deshalb stark gefragt.

Auch Spanien hat erfolgreich den Kapitalmarkt angezapft und muss Investoren nicht mehr so hohe Zinsen bieten wie zuletzt. Das hoch verschuldete Land verkaufte am Dienstag Anleihen über rund 4,5 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Rendite für Papiere mit 18-monatiger Laufzeit fiel auf etwa 3,3 Prozent, nach rund 4,2 Prozent bei einer vorigen Auktion im Juli. Für Zwölf-Monats-Bonds sank die Rendite auf 3,07 Prozent, nach 3,92 Prozent.
Die Nachfrage war bei beiden Anleihen deutlich größer als das Angebot. Die Emission der 18-Monats-Papiere war 4,0-fach (zuvor 3,7-fach) überzeichnet und die Emission der Zwölf-Monats-Papiere 1,9-fach (zuvor 2,2-fach) überzeichnet.

Spanien hat bereits Milliarden-Hilfen für seine Banken bei seinen Euro-Partner beantragt und gilt als potenzieller Kandidat, um als auch insgesamt unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Die Europäische Zentralbank signalisiert jüngst, dass sie unter bestimmten Bedingungen Ländern wie Spanien und Italien mit Anleihenkäufen unter die Arme greift. Dies würde die Kosten für die Staatsfinanzierung der Ländern mildern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anleihe-Emissionen: Rettungsfonds bekommt Geld fürs Schuldenmachen"

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  • Es ist eben ein Unterschied ob man benachrichtigt, oder nach richtet.
    In den Schulen müßte Medien- Kommunikationskunde inzwischen Pflichtfach sein, aber dort betreibt man auch lieber die Anpassung zum kritiklosen Konsumenten. Sonst würde er ja die ganzen teuren Werbemaßnahmen nicht mehr aufsaugen, sondern würde die je nach Interessenlage beabsichtigte, Manipulation dahinter erkennen.

  • ich hoffe Sie hatten gemerkt dass das nur scherzhaft gemeint war, aber im Ernst: wenn mir (oder den diversen hoch verschuldeten Staaten) keiner mehr neues Geld gibt, dann muss ein Umdenken (z.B. sparen, besser wirtschaften, verlässlicher werden, usw.) erfolgen! Also ich bin dafür, dass hier ein sanfter Druck (als auch Hilfe zur Selbsthilfe) aufgebaut werden muss, ansonsten gibts kein Geld!

  • Dann empfehle ich Ihnen Auswanderung nach Griechenland.

    Blindenschein beantragen, und ein bißchen Schwarzarbeit.

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