Anleihe-Käufe der EZB Kommt Super-Mario zu spät?

Die Renditen spanischer Anleihen sinken, die Märkte haben sich beruhigt. Viele Investoren sind aber skeptisch, dass es der EZB gelingen wird, den Euro zu retten. Womöglich wird Super-Mario nicht helfen können.
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EZB-Chef Mario Draghi: Retter oder Totengräber? Quelle: dapd

EZB-Chef Mario Draghi: Retter oder Totengräber?

(Foto: dapd)

FrankfurtDie Kurse spanischer Anleihen sind zuletzt kräftig gestiegen, die Renditen gesunken. Das bedeutet nichts anderes, als dass sich Spanien wieder günstiger Geld beschaffen kann am Kapitalmarkt. Ein gutes Zeichen. Doch die Rally sei äußerst anfällig, sagen Experten. Die Bondkaufpläne der Europäischen Zentralbank könnten zu spät kommen. Im Zuge der Rally waren die Renditen von zweijährigen spanischen Bonds von mehr als sieben Prozent auf weniger als vier Prozent gefallen.
Investoren, darunter etwa Blackrock, haben die Anleihen der angeschlagenen Südländer vor allem deshalb gekauft, weil sie glauben, dass die Europäische Zentralbank in den kommenden Monaten in großem Umfange an den Kapitalmärkten tätig wird und ebenfalls Bonds aus Spanien oder Italien kauft. EZB-Chef Mario Draghi hatte am 26. Juli versprochen, “alles Notwendige zu tun”, um den Euro zu bewahren. Am 2. August erklärte er, dass ein Bondlaufplan in den “kommenden Wochen” bereit stehen würde.

Die Notenbanker warten vermutlich die Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungsmäßigkeit des permanenten europäischen Rettungsschirms ab, bevor sie Einzelheiten ihrer Pläne bekannt geben, berichteten in der vergangenen Woche zwei Zentralbanker, die aber nicht namentlich genannt werden wollten. Die Entscheidung aus Karlsruhe soll am 12. September vorgelegt werden - sechs Tage nach der nächsten EZB-Ratssitzung.
“Wir befürchten, dass der Markt allmählich zu viel von der nächsten EZB-Sitzung erwartet”, sagt Jack Kelly, Fondsmanager bei Standard Life Investments in Edinburgh, “aber wir haben an den jüngsten Käufen von Anleihen der Euroraum- Randstaaten nicht teilgenommen.”

Zweijährige spanische Anleihen rentierten zuletzt bei bei 3,7 Prozent, verglichen mit 7,15 Prozent vor einem Monat, während italienische Papiere gleicher Laufzeit in dem Zeitraum einen Renditerückgang von 5,06 Prozent auf 3,28 Prozent verzeichneten. Der Rückgang spiegelt die Erwartungen der Investoren wieder, dass die EZB Anleihen im Volumen von bis zu 170 Mrd. Euro kaufen werde, ergeben Berechnungen der Deutschen Bank auf der Basis der Auswirkungen der längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte der EZB.

Die Zweifel mehren sich
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13 Kommentare zu "Anleihe-Käufe der EZB: Kommt Super-Mario zu spät?"

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  • Ich kann "Super-Marios" Gesicht nicht mehr sehen. Wie sagte Wulff noch gleich: "Ich empfinde körperlichen Schmerz..." Genauso geht es mir mit dem Draghoner.

  • Nach dem 12.Sept.kann das grosse Fressen der Bankrotteure
    beginnen.

    Merkel u.Schäuble wird ihre ESM-Diktatur bestätigt durch
    das BVerfG .Das Urteil wird heissen "Ja,aber-u.Zustimmung"
    Das Deutsche Volk wird in alle Ewigkeit finanziell
    ausgeblutet .

    Der Mafiosi Draghi wirds richten ,die EZB wird zur Zockerbude verkommen u. die Deutschen zahlen bis zum Blackout .

    Wegen einem Volksaufstand hat Merkel auch schon vorgesorgt.
    Die Bundeswehr bekommt in diesem Fall den Einsatzbefehl von Merkel. Auch das BVerfG hat schon abgenickt .

    Liebe Deutsche , freut euch auf die ESM-Diktatur !

  • Der ganze Artikel ist Quark.
    Der "Super-Mario" und die EZB sind nicht für die "Eurorettung" verantwortlich. Sie besorgen lediglich frische Jetons für den großen Spieltisch Finanzmarkt.
    Aber ohne echte Umbau im Finanzsystem und Bankensystem gibt es keine wie auch immer geartete "Rettung".
    Das ganze hier beschrieben Spielchen ist ein Hütchenspielertrick der lediglich den Crash etwas verzögert. Das Zinseszinssystem arbeitet derweil unablässig daran das die Kredite und damit auch die Zinsen weiter wachsen...unter kräftiger Mitwirkung unserer überschuldeten Staaten die weder in der Lage sind ihre Haushalte in Ordnung zu bringen noch eine andere nachhaltige Lösung zu finden. So geht es denn immer weiter.

  • Kann man das BVG nicht irgendwie beschäftigen?
    Eigentlich haben wir doch bei den ESM-Urteil nicht die geringste Eile.
    Wenn das Urteil erst nächstes Jahr verkündet wird hat sich das Klageobjekt schon in Luft gelöst.

  • Die Politik hat - inzwischen weiß das jedes Kind - auf der ganzen Linie versagt, indem sie ohne jeden "Unterbau" eine gemeinsame Währung "übergestülpt" hat. Ihre eigenen Sicherungsmechanismen (Maastricht) hat sie Schritt für Schritt sträflich gebrochen. Die EZB kauft jetzt, da der Dachstuhl bereits lichterloh brennt, ohne dazu "berechtigt" Staatsanleihen auf. Die Märkte melken - im Wesentlichen Deutschland - solange die Kuh noch ein paar Tropfen Milch gibt. Bald ist's vorbei! Da wird auch der ESM (vom BVG bald ganz sicher abgesegnet) nichts mehr ändern.

  • Im Gegensatz zu Deutschland ist in Spanien die letzte Diktatur gerade mal gute 30 Jahre her. Trotzdem, oder vielleicht deshalb haben Spanier mehr demokratisches Verständnis als das was man hier von Deutschen teilweise lesen muß.
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    Dazu fällt mir ein altes Churchill-Zitat ein: "Die Demokratie ist die zweitbeste Regierungsform, die erstbeste kenne ich noch nicht!"

    Was soll das Geschwurbel von der Diktatur? Singapur ist auch eine Diktatur,
    allerdings eine sehr erfolgreiche :-)))

  • 'netshadow'
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    Keine Sorge, kein Spanier will "deutsches Geld", er will es selber erarbeiten.
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    Echt?

    Warum beschweren sich dann Monti, de Guindos und Margallo so bitterlich darüber daß die EZB noch nicht - bzw. nicht mehr - ihre Staatsanleihen kauft?

    Sind diese Herren keine Italiener oder Spanier?

    Oder zählen Sie das Anpumpen der Zentralbank zu "selber erarbeiten"?

    ++++

    'netshadow'
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    Dumme Wiederholungen machen auch keine dummen Vorurteile wahrer.
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    Da haben Sie natürlich recht.

    Es fragt sich nur, auf wessen Äußerungen diese Binsenweisheit anwendbar ist.

    ++++

    In der mediteranen Bauernschaft ist noch viel Erziehungsarbeit zu leisten bis zur Euro-Reife.

    Natürlich sollte man nicht alle über einen Kamm scheren.

    Es wird aber langsam Zeit, daß wirtschaftliche Vernunft in den mediteranen Gefilden mehrheitsfähig wird.

    Ansonsten heißt es arrivederci.

  • Sehe ich anders, "die Märkte" haben, im Gegensatz zu einigen Kommentatoren hier, die Aussagen seitens der EZB richtig gelesen und wissen es gibt kein Geld ohne Reformauflagen und diese nur nach Antrag. Ob es dann überhaupt abgesicherte Anleihen durch die EZB selbst sein werden, ist ebenfalls reine Spekulation, mit einem Fond wie dem ESM ist das garnicht nötig, und auch nicht gesetzlich gedeckt.
    Und gleichzeitig sind "die Märkte" nicht so dämlich zu merken, das die Wirtschaftsdaten in den EU-Ländern härtere Fakten sind, als die der USA zum Beispiel, die mit 2,7 Billionen, nicht Millarden, Billionen mit ihren Anleihen in der Kreide stehen, und dazu noch weit mehr Investitionsbedarf in der Infrastruktur besteht, als in den EU-Ländern.
    Deutschland sollte sich also besser um seine eigene Struktur kümmern, statt mit dummen Parolen von den angeblich faulen Südländern von ihren eigenen maroden Straßen in den Kommunen und den fehlenden Kindergärten abzulenken. Und vor allem vom teuersten Strompreis in Europa.

  • "Gerade Spanien und Italien wollen unser Geld zum Nulltarif - ohne sich den lästigen Verpflichtungen, die der ESM diktiert, zu unterwerfen"

    Keine Sorge, kein Spanier will "deutsches Geld", er will es selber erarbeiten. Dumme Wiederholungen machen auch keine dummen Vorurteile wahrer. Im Gegensatz zu Deutschland ist in Spanien die letzte Diktatur gerade mal gute 30 Jahre her. Trotzdem, oder vielleicht deshalb haben Spanier mehr demokratisches Verständnis als das was man hier von Deutschen teilweise lesen muß.

  • Spanier und Italiener sind nichts anderes als gierige und unersättliche Hypochonder, die stets lauthals Solidarität einfordern, obwohl sie absolut nicht erforderlich ist. Diese Länder können sich sehr gut selber helfen, sie wollen es nur nicht, weil es besser ist auf hohem Niveau zu jammern. Gerade Spanien und Italien wollen unser Geld zum Nulltarif - ohne sich den lästigen Verpflichtungen, die der ESM diktiert, zu unterwerfen. Wenn man dieses Ansinnen zu Ende denkt, wird man wissen, dass der Euro und die EU ihrem wohlverdienten Ende entgegensehen.

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