Anleihe-Markt
Keine Entwarnung! Spanien-Renditen steigen

Die Euro-Rettungspläne von EZB-Chef Mario Draghi haben die Anleihe-Investoren enttäuscht. Eilig verkaufen sie ihre Spanien-Bonds; deren Renditen steigen kräftig. Die Zeit wird knapp für die Südeuropäer.
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Die deutschen Bundesanleihen sind am Freitag etwas schwächer in den Handel gestartet. Die Rendite der am Rentenmarkt maßgeblichen zehnjährigen Bundesanleihe lag mit 1,26 Prozent um vier Basispunkte höher. Der richtungsweisende Kontrakt Bund-Future fiel um 16 Basispunkte auf 144,72 Prozent.
Die Kurse der spanischen und italienischen Anleihen gingen weiter zurück. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Vortag keine konkreten Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrise angekündigt, sondern lediglich vage Pläne vorgestellt. Daraufhin waren die Renditen bei den Zehnjährigen aus Spanien und Italien um jeweils rund 40 Basispunkte in die Höhe geschossen.

Zehnjährige Spanien-Bonds rentierten am Morgen 16 Basispunkte höher bei 7,32 Prozent. Damit liegt die Rendite wieder klar über sieben Prozent. Beim Erreichen dieser Marke waren die Rettungsaktionen für Griechenland, Irland und Portugal notwendig geworden. Italienische Anleihen mit derselben Laufzeit rentierten zuletzt sieben Basispunkte höher bei 6,39 Prozent.
Am Markt für US-Staatsanleihen waren die Kurse zum Auftakt in Europa relativ konstant. Zehnjährige Treasuries rentierten mit 1,47 Prozent nahe dem Vortagesniveau. Die Rendite des 30- jährigen Longbonds war unverändert bei 2,55 Prozent.

Die nahe ihren Rekordtiefs liegenden Renditen in den USA könnten die Nachfrage der Anleger bei den Auktionen in der kommenden Woche aushöhlen, sagte Händler Ali Jalai von der Scotiabank in Singapur. Das US-Finanzministerium will zwischen dem 7. und dem 10. August drei-, zehn- und 30-jährige Staatsanleihen an den Markt bringen.

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  • Und nun wieder ganz frisch vom Ticker:

    Spanien schließt neuen Antrag auf EU-Hilfen nicht aus. Premier Rajoy habe aber noch keine Entscheidung getroffen, heißt es am Freitag.
    vor 21 Min (15:06) - Echtzeitnachricht

  • Ein paar Nachrichten/Spekulationen:


    Italiens Ministerpräsident Monti will offenbar ein Bündnis gegen Merkel schmieden. Laut FTD sucht er Verbündete für einen Anleihekauf durch den ESM. Spanien ziehe aber nicht mit.
    08:31 - Echtzeitnachricht
    ......

    Der IWF warnt die Regierungen der Eurozone vor einer zu zögerlichen Krisenpolitik. Wenn es nicht gelingt, die Schuldenkrise einzudämmen, drohen der Eurozone ein tiefer Abschwung und Notverkäufe von Finanzbeteiligungen, heißt es in einem Bericht des IWF.
    (10:47) - Echtzeitnachricht
    .....

    Am Freitagvormittag rentierten zehnjährige Spanien-Bonds noch bei 7,32 %. Gegen Mittag schließlich entspannte sich die Lage wieder etwas, die Rendite bei den zehnjährigen Papieren ging auf 7,02 % zurück. Damit bleibt der Zinssatz aber weiterhin über der kritischen Marke von 7,0 %. Beim Erreichen dieser Marke mussten die Krisenläner Griechenland, Irland und Portugal bereits unter die Rettungsschirme schlüpfen.

    Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy erklärte am Freitag in Madrid, es sei für sein Land derzeit einfach schwierig, seine Schulden zu refinanzieren. Rajoy versicherte zugleich, dass sein Land den Defizitabbau und die begonnenen Strukturreformen fortsetzen werde.

    Am Anleihemarkt dürften die Marktteilnehmer die kommende Woche damit zubringen, nach den Draghi-Aussagen Szenarien für die Zukunft auszuarbeiten.
    Die Erwartungen sind hier wieder klar negativ. So erwartet Analyst Gianluca Salford von J.P.Morgan keine Unterstützung für die Rentenmärkte der angeschlagenen Peripherie der Eurozone.
    Er empfiehlt sogar, erneut auf fallende Kurse spanischer Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit zu setzen. Als Zielmarke für deren Rendite sieht er die Juli-Hochs von 7,75 % - ein drastischer Anstieg gegenüber den aktuellen 7,1 %.


    ....
    Spanien und Italien wollen "derzeit" keine Hilfen.

  • @kduessel, vergessen Sie nicht, bei der vielen Wiederholungen die Inflationsrate von bis zu 16 % im Spanien Anfang der 80er Jahre dazu zu schreiben.

    Wo würden Sie ihr Geld lieber anlegen:
    10% Inflation und 12% Zinsen oder
    2% Inflation und 7% Zinsen?

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