Anleihe-Markt
Spanien beschäftigt die Investoren

Investoren in aller Welt warten darauf, dass Spanien unter den Rettungsschirm schlüpft. Die Bond-Renditen bewegen sich kaum. Anders sieht es bei Anleihen aus Italien aus.
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FrankfurtDie Diskussion um den Zeitpunkt eines umfassenden spanischen Hilfe-Ersuchens hat am Freitag die europäischen Anleihe- und Devisenmärkte dominiert. "Im Grunde müsste das Land nicht unter den Rettungsschirm", betonte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Schließlich habe es umfangreiche Reformen auf den Weg gebracht. Bei wieder anziehenden Anleihe-Renditen könnte Spanien aber nichts anderes übrigbleiben, als Hilfe von außen zu akzeptieren.
Bislang hat das Land Geldspritzen für seinen maroden Bankensektor beantragt. Falls Spanien komplett unter den Rettungsschirm schlüpft, erfüllt es damit die Vorbedingung für unterstützende Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB), mit der die hohen Zinsen für spanische Staatsanleihen gedrückt werden sollen.

"Ohne Zweifel laufen hinter den Kulissen Gespräche", sagte Investment-Stratege Padhraic Garvey von der ING. "Aber je länger Spanien wartet, desto größer ist das Risiko eines Ausverkaufs bei den Anleihen." Die Rendite des richtungsweisenden zehnjährigen spanischen Bonds lag am Freitag fast unverändert bei 5,806 Prozent.
Die Rendite der vergleichbaren italienischen Anleihe stieg dagegen auf 5,049 Prozent, nachdem die Regierung ihre Konjunkturprognosen gesenkt und die bisherigen Defizit-Ziele aufgegeben hatte. Daneben lasteten die geplanten Emissionen in der kommenden Woche auf den Kursen der bereits gehandelten Papiere, sagten Börsianer.
Italien will am Dienstag Nullkupon- und inflationsindizierte Anleihen begeben. Für Donnerstag ist die Platzierung mittel- und langfristiger Titel geplant. Commerzbank-Zinsstratege David Schnautz sagte ein Emissionsvolumen von insgesamt bis zu acht Milliarden Euro voraus.

Bei Bundesanleihen nahmen Investoren Gewinne mit. Der Bund-Future gab 28 Ticks auf 139,93 Punkte nach, lag damit aber immer noch ein knappes Prozent über seinem Vorwochenschluss.
Der Euro erholte sich unterdessen etwas von seiner Talfahrt der vergangenen Tage und stieg auf 1,3019 Dollar, nach 1,2965 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss. "Wenn der Euro über 1,30 Dollar schließen kann, werden wir in der kommenden Woche weitere Kursgewinne sehen", sagte Finanzmarkt-Experte Lee McDarby von Investec. "Die von der Lockerung der US-Geldpolitik ausgelöste Schwäche des Dollar hält an."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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