Anleihe: Sechs NRW-Städte sammeln 400 Millionen Euro ein

Anleihe
Sechs NRW-Städte sammeln 400 Millionen Euro ein

Kommunen suchen verzweifelt neue Formen der Finanzierung: Das erste Mal in Deutschland sind sechs Städte gemeinsam an den Kapitalmarkt gegangen – und haben mit der Gemeinschaftsanleihe 400 Millionen Euro eingestrichen.
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FrankfurtSechs Städte, eine Anleihe: Die drei Ruhrgebiets-Kommunen Dortmund, Essen und Herne sowie Remscheid, Solingen und Wuppertal haben am Donnerstag mit einer Gemeinschaftsanleihe 400 Millionen Euro eingesammelt, wie die begleitenden Banken Deutsche Bank, Helaba und HSBC mitteilten. Es ist das erste Mal in Deutschland, dass ein halbes Dutzend Städte gemeinsam an den Kapitalmarkt geht.

Deutsche Städte und Gemeinden suchen händeringend neue Formen der Finanzierung, nachdem immer mehr Banken wegen der geringen Renditen aus der klassischen Kommunalfinanzierung per Kredit aussteigen. Die vierjährige Anleihe des Städte-Sextetts ist mit einem Kupon von 1,125 Prozent pro Jahr ausgestattet.

Die Hoffnungen der Kämmerer erfüllten sich nicht ganz: Sie hatten ursprünglich auf ein Volumen von einer halben Milliarde Euro spekuliert. Mit der Gemeinschaftsanleihe hoffen sie einen größeren Kreis von Investoren anzulocken. Die Städteanleihe fand allerdings vor allem in Inland Käufer: 93 Prozent wurden in Deutschland an den Mann gebracht, zumeist zeichneten Sparkassen, Banken und Versicherer.

Die Anleger profitieren von einer besseren Streuung der Risiken: 28 Prozent des Geldes gehen nach Essen, je 20 Prozent nach Dortmund und Wuppertal, 18 Prozent an Remscheid. Die Ruhr-Metropolen Dortmund und Essen ächzen unter Milliardenschulden. Deutsche Kommunen können aber nicht pleitegehen - anders als in den USA, wo die Auto-Stadt Detroit Insolvenz hatte anmelden müssen.

Die Banker hoffen nun auf weitere Nachahmer. Im Mai 2013 hatten die fränkischen Städte Nürnberg und Würzburg die erste gemeinschaftliche Kommunalanleihe begeben, damals aber nur über 100 Millionen Euro. Hannover und Essen waren zuvor schon allein mit Anleihen an den Kapitalmarkt gegangen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anleihe: Sechs NRW-Städte sammeln 400 Millionen Euro ein"

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  • Da die Banken sich schwer tun den Städten Geld zu leihen muß man sich fragen : Woran liegt das denn ? Ganz einfach wenn die so marode sind und völlig überschuldet kann man vor solchen Käufen nur warnen.

  • Die SPD sollte verboten werden, denn wo Sie antritt sorgt Sie nur für Schulden, Not und Untergang. Ob in Berlin oder NRW, die geben das Geld mit vollen Händen aus und sorgen nicht dafür das welches rein kommt.

    Wie zum Henker sollen solche abgefrackten Ruhrpottstädte das Geld jemals zurückzahlen können? Meinen die etwa das ihre türkische Harz4 Bevölkerung irgendwann mal den Turnaround schafft und plötzlich arbeiten geht???

    Es ist ein Skandal das ganz Deutschland mitzahlen soll für diese Linken Spinnerpläne die meinen man müsse Millionen von Türken ein schönes Leben auf Staatskosten bezahlen. Nirgendwo in Deutschland sind die Migrantenquoten höher als in NRW und Berlin. Wenn die das so toll finden, schöne bunte republik, dann sollen die den Firlefanz gefälligst auch selber bezahlen! Wenn die Unfähig sind zu wirtschaften und die Bevölkerung unfähig ist die richtigen Parteien zu wählen (vermutlich geht das aber auch schon gar nicht mehr weil die Migranten schon das Ruder übernommen haben, und die wählen sowieso zu 98% nur Rot-Grün weil Sie wissen das Sie dann am meisten Kohle kriegen) dann darf sowas nicht das Problem vom Rest des Landes sein.

    Länderfinanzausgleich dringend abschaffen. Nur so werden manche Bundesländer aufwachen (müssen!). Anders geht es nicht, diese kranken Geister machen solange weiter bis das ganze Land in Trümmern liegt.

  • Natürlich können Kommunen insolvent werden. (also tlw sind sie es ja schon).
    Denn die Schulden von Essen, Dortmund und Co. landen der Reihe nach beim NRW-Steuerzahler und dann beim Bund. Und wenn NRW Deutschland in die Insolvenz getrieben hat, dann können auch die Kommunen nicht zahlen. Es sei denn, der bayerische Steuerzahler lässt sich über 2019 hinaus durch den Länderfinanzausgleich in den Schulkdenstrudel tiefer mit reinziehen.

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