Anleihe unter der Lupe
Ihr Name ist Bond, VW-Bond

Aktienanleger müssen in diesen Tagen um den Wert des VW-Papiers zittern. Anleiheeignern geht es kaum besser. Bieten die niedrigeren Kurse bei den VW-Bonds vielleicht Einstiegschancen? Anleger sollten genau hinschauen.

FrankfurtDie Affäre um manipulierte Diesel-Abgaswerte bei Volkswagen und die Folgen beschäftigen nicht nur Aktionäre, sondern auch die Anleihebesitzer von VW. Denn auch die Zinspapiere der Wolfsburger sind seit Bekanntwerden von „Dieselgate“ vor anderthalb Wochen unter Druck geraten. Die Kurse von herkömmlichen VW-Bonds sind bei einer Laufzeit von zwei Jahren um gut ein Prozent gefallen, bei neun Jahren sind es zwölf Prozent. Die sich gegenläufig zum Kurs entwickelnden Renditen stiegen um bis zu drei Prozentpunkte auf 2,3 bis 3,3 Prozent.

Das sind heftige Bewegungen für Anleihen, aber wenig verglichen mit dem fast 40-prozentigen Einbruch der VW-Aktie. Schlimmer sieht es aber auch am Bondmarkt bei riskanteren sogenannten hybriden VW-Bonds aus. Der Kurs des Hybrid-Bonds, den VW in drei Jahren tilgen kann, ist um fast 13 Prozent gefallen. Dabei ist jetzt die Rendite auf den ersten Blick verlockend. Wer jetzt kauft, bekommt theoretisch eine Rendite von 7,6 Prozent.



Doch Experten raten zur Vorsicht. „Bei herkömmlichen VW-Anleihen mit kurzen Laufzeiten sehen wir Einstiegschancen, da sich die Risikoprämien schon erheblich ausgeweitet haben, aber für hybride Anleihen ist es noch zu früh“, meint Frank Hussing, Analyst für Autoanleihen bei der Commerzbank. Sein Kollege Gerhard Wolf von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sieht das ähnlich.

Selbst in einem Worst-Case-Szenario, in dem auf VW in den nächsten Jahren ein Bruttoschaden vor möglichen Kompensationen wie Kosteneinsparungen und reduzierten Investitionen von rund 47 Milliarden Euro zukommen könnten, sei die Zahlungsfähigkeit aus aktueller Sicht nicht gefährdet.

Gründe dafür sind für Wolf die hohen Barreserven und der hohe Cashflow von VW. „Bei hybriden Anleihen ist aber die Korrelation zu den nervösen Aktienmärkten sehr hoch“, warnt Wolf. In die LBBW-Berechnungen sind Schätzungen für Kosten für Schadensersatz in den USA, Rückkauf aller beanstandeten Fahrzeuge, Servicekosten und Strafzahlungen einkalkuliert. Die Vorsicht der Analysten mit Blick auf die hybriden Bonds liegt daran, dass diese Zinspapiere ihre Tücken haben.

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Warum hybride Anleihen attraktiver sind

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