Anleiheauktion
Bundesanleihen trotzen den Rating-Ängsten

Die Anleger lassen sich von den Drohungen der Rating-Agenturen nicht einschüchtern: Der Bund hat sich wieder zu einem günstigen Zins mit frischem Geld versorgt. Die verpatzte Auktion Ende November ist schon vergessen.
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DüsseldorfTrotz des drohenden Verlustes der Top-Bonitätsnote „AAA“ hat sich der Bund frisches Geld zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt besorgt. Bei der Aufstockung einer fünfjährigen Anleihe wurden fast 4,1 Milliarden Euro eingenommen, teilte die mit dem Schuldenmanagement des Bundes zuständige Finanzagentur am Mittwoch mit. Die Nachfrage der Investoren übertraf das Angebot um das 2,1-Fache, die vorangegangene Auktion war nur 1,5-fach überzeichnet. Der durchschnittliche Zinssatz stieg dagegen leicht von 1,0 auf 1,11 Prozent.

„Das Ergebnis ist als sehr gut einzustufen“, sagte ein Sprecher der Finanzagentur. Investoren suchten und vertrauten weiter auf die Qualität der Papiere. Ähnlich sehen das Analysten. „Es gab offenbar eine hohe Nachfrage“, sagte Helaba-Experte Ralf Umlauf. „Es ist erfreulich, dass vor dem Hintergrund der S&P-Warnung kein generelles Misstrauen gegenüber Bundesanleihen zu beobachten ist.“

Deutschland gilt trotz seiner hohen Staatsschulden lange Zeit als Hort der Stabilität in der Euro-Zone. Während Investoren aus Anleihen der südeuropäischen Euro-Mitglieder flüchteten, waren deutsche Staatsanleihen stark gefragt. Die Renditen drückte das auf historische Tiefstände. Zeitweise rutschte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf weniger als 1,7 Prozent. Für Investoren bedeutet das eine deutlich negative Realrendite, da die Inflationsrate in Deutschland zurzeit bei 2,4 Prozent liegt.

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Die verpatzte November-Auktion ist schon vergessen

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  • Wer sich die Mühe macht, bei dem FTD-Artikel nicht nur die Überschrift zu lesen, sieht, dass das inhaltlich kein Unterschied zu unserer Berichterstattung ist. Lediglich die Überschrift und der erste Satz sind in der FTD etwas überdreht. Ich zitiere aus dem FTD-Artikel: "Für einen Fünfjahresläufer ist diese Anleihe vergleichsweise billig." Wenn ein Zinssatz von 1,1 Prozent ein Problem für den Bund ist, dann bitte mehr von diesen Problemen.

  • Mittlerweile ist das ganze Affentheater so abstrus geworden, dass es sich nicht mehr lohnt, zu einzelnen Absurditäten Kommentare abzugeben, da wird man nicht mehr fertig. Sachwerte halten, wenig Cash, abwarten und überwintern.

  • Wie süß.Haha.Dann lest mal in der FinacialTimes!Da steht die Sache mal ganz ANDERS.
    Von wegen,keine Probleme beim Geld beschaffen..Die Probleme haben für den Bund nun erst begonnen!
    Hier der Artikel:
    http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:schuldenkrise-bund-zahlt-nach-s-p-warnung-hoehere-zinsen/60139363.html

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