Anleiheauktion
Spanien muss noch höhere Zinsen bieten

Für die Spanier wird es immer enger. Sie müssen erneut hohe Zinsen bieten, um Investoren zu ködern. Die Rendite für zehnjährige Bonds erreicht eine kritische Grenze. Experten halten das nicht für tragbar.
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DüsseldorfSpanien muss bei Schuldenaufnahme tiefer in die Tasche greifen. Bei einer Auktion von Staatsanleihen mit einem Volumen von knapp drei Milliarden Euro lagen die Zinsen am Donnerstag höher als zuletzt.

Für Papiere mit zweijähriger Laufzeit und einem Volumen von 1,359 Milliarden Euro musste Spanien eine Durchschnittsrendite von 5,2 Prozent bieten (zuletzt: 4,3 Prozent). Fünfjährige Anleihen im Volumen von 1,074 Milliarden Euro kamen auf 6,459 Prozent (zuletzt: 6,072 Prozent). Papiere mit Laufzeit von sieben Jahren im Volumen von 0,548 Milliarden Euro lagen bei 6,7 Prozent (zuletzt: 4,832 Prozent).

Auch auf dem Sekundärmarkt zogen die Renditen im Anschluss an die Auktion an. Die Rendite der zehnjährigen Staatspapiere kletterte zeitweise auf sieben Prozent. Der Euro rutschte nach der Auktion zeitweise ins Minus, erholte sich dann aber wieder. Er notierte zuletzt bei 1,2267312 Dollar.

"Die Auktion verlief eigentlich wie erwartet", sagte Sebastian von Koss, Analyst bei HSBC Trinkaus. Spanien habe zwar das gewünschte Volumen eingenommen, aber die Schuldenaufnahme sei erneut teurer geworden und diese Kosten seien auf Dauer nicht tragbar.

Spanien kämpft darum, sich den Zugang zum Markt zu erhalten, um sein Haushaltsdefizit finanzieren zu können. Mit länger laufenden Anleihen traut sich das Land kaum noch auf den Markt. Seit Juni finanziert es sich nach Angaben von Bloomberg zu 80 Prozent und mehr über kürzere Laufzeiten. Zum Vergleich: Im Fall von Deutschland liegt der Anteil der Emissionen mit kürzeren Laufzeiten bei 60 Prozent, und in Italien bei 66 Prozent.

„Finanzierungskosten von fünf oder sechs Prozent sind bei kurzen Laufzeiten nicht tragfähig”, sagt Michael Leister, Zinsstratege bei der DZ Bank, „sie können sich derzeit durchwursteln, aber wenn es nicht zu einer fundamentalen Verbesserung kommt, dann könnten sich die Dinge ändern”, fügt er an. Die Kombination aus steigenden Renditen und abnehmendem Wirtschaftswachstum nennt er „eine giftige Mischung”.

„Spanien müsste sich wirklich abmühen, um längerfristige Anleihen am Markt unterzubringen, und das ist ein reales Problem für das Land”, sagte Craig Versey, Anleiheexperte bei Principal Investment Management in London. „Zurzeit hängen sie am kurzen Ende fest. Letztendlich werden sie in die Zahlungsunfähigkeit getrieben”.

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Kommentare zu " Anleiheauktion: Spanien muss noch höhere Zinsen bieten"

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  • 'peterpain' sagt
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    Nachdem Spanien jetzt Kohle bekommt und sicherlich bald komplett unter den Schirm schlüpfen wird, wird Italien der nächste Kandidat sein, die retten wir auch noch, dann aber kommt Frankreich und dann wirds zappenduster.
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    Weder für das komplette Spanien (Staatsschulden 900 Milliarden) noch für Italien (2000 Milliarden) ist unter dem Rettungsschirm (500 Milliarden) überhaupt Platz.

    Und eine Vergrößerung des Rettungsschirms würde durch die Übernahme weiterer Garantien die Kreditwürdigkeit der Guteuropäer so stark beschädigen, daß deren Refimamzierungskosten und diejenigen des ESM stark ansteigen würden.

    Die geretteten hätten also keinen nennswerten Vorteil von den Hilfen, und für die Retter wäre eine nochmalige Ausweitung ihrer Garantien auch nicht zumutbar.

    Hier kann nur die EZB einschreiten, wenn tatsächlich eine Marktstörung vorliegt.

    Ansonsten liegt es an Spanien, seine Haushaltssanierung zu verschärfen.

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    Mein Tip:

    Ein paar Dummzocker in London und New York haben Bilder von den Abzockerdemos in Spanien gesehen, und shorten jetzt was das Zeug hält.

    Das beruhigt sich wieder.

  • 'Machiavelli' sagt:
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    Wirkung und Ursache können leicht verwechselt werden.
    Es ist offensichtlich dass bei einer Verzinsung von 6% bis 7% oder mehr, Länder die jetzt schon eine schwache Wirtschaft haben, gerade wegen der enormen Zinsbelastung, kaum eine Chance haben aus der Schuldenfalle raus zukommen.
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    Wer hier Ursache und Wirkung verwechselt sind Sie wohl selber. Denn Deutschland und Spanien haben in etwa die gleiche Staatsverschuldung in Prozenten BSP von 80+. Bloß während die in Deutschland kaum steigt, oder mit ein boßchen Glück sogar sinkt, geht sie in Spanien rapide nach oben.

    Weil Spanien es eben nicht schafft, seine Staatsausgaben auf seine Staatseinnahmen zu beschränken.

    Spanien hat ein primäres Haushaltsdefizit, sogar ganz ohne Zinszahlungen.

    Und schlechte Schuldner müssen nunmal höhere Zinsen zahlen, um das höhere Kreditausfallrisiko auszugleichen. Sollte Ihnen eigentlich schon 'mal aufgefallen sein.

    ++++++++++++++++++++++++++++++

    Oder glauben Sie, die Zinssätze für Spanien (7%) und Deutschland (1,2%) sind vom Himmel gefallen?

    Die werden an einer Einrichtung gemacht, die sich "Kapitalmarkt" nennt.

    Wenn Sie nicht wissen was das ist, bitte googeln!

  • Nachdem Spanien jetzt Kohle bekommt und sicherlich bald komplett unter den Schirm schlüpfen wird, wird Italien der nächste Kandidat sein, die retten wir auch noch, dann aber kommt Frankreich und dann wirds zappenduster.

    Letztendlich kriechen wir dann alle unter den Schirm und warten auf einen rettenden Erlöser.

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