Anleiheauktionen
Spanien hat für 2012 ausgesorgt

Um seine Finanzierung für 2012 muss sich Spanien keine Sorgen mehr machen. In verschiedenen Auktionen investierten Anleger knapp fünf Milliarden Euro in das Land, das als Kandidat für den Euro-Rettungsschirm gilt.
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MadridTrotz seiner hohen Schuldlast halten die Investoren Spanien am Kapitalmarkt die Treue. Das Land nahm am Donnerstag bei Auktionen von Anleihen mittlerer und langer Laufzeiten 4,8 Milliarden Euro ein. Damit hat das als heißer Anwärter auf den Euro-Rettungsschirm gehandelte Land seinen Refinanzierungsbedarf für 2012 komplett gedeckt.

Es kann nun in den verbleibenden Auktionen im November und Dezember bereits für 2013 Gelder einsammeln. Die Anleger griffen auch bei den erstmals seit Mai 2011 wieder aufgelegten 20-jährigen Anleihen zu: Das Land brachte Papiere im Volumen von 732 Millionen Euro an den Mann. Die Nachfrage überstieg das Angebot um das 2,1-Fache, was als Vertrauensbeweis der Investoren gewertet wurde. "Die 20-jährige Anleihe war ein Erfolg", sagte Estefania Ponte von Cortal Consors. Allerdings musste das Land einen relativ hohen Zins von 6,328 Prozent für die langlaufenden Papiere bieten.

Spanien konnte sich hingegen über geringere Kosten bei den Anleihen mit Laufzeit bis 2015 freuen. Die Renditen sanken auf 3,66 nach 3,95 Prozent bei einer Auktion Anfang Oktober. Auch die Überzeichnungsquote von 2,8 bei dieser Versteigerung im Volumen von 3,04 Milliarden Euro war höher als zuletzt, als die Nachfrage das Angebot nur um das Zweifache überstieg.

Trotz seiner hohen Schulden hat das Land bislang keinen Rettungsantrag in Brüssel stellen wollen. Spekulationen, wonach Spanien dieses Jahr nicht mehr in Brüssel anklopfen wird, drückten am Donnerstag auch auf dem Euro -Kurs. Investoren fürchten, dass sich in diesem Fall die europäische Schuldenkrise noch länger hinziehen könnte als ohnehin befürchtet. Die EZB steht bereits Gewehr bei Fuß, Spanien mit flankierenden Anleihekäufen am Sekundärmarkt unter die Arme zu greifen, falls es unter den Rettungsschirm schlüpft.

Der Ökonom Nick Stamenkovic von Ria Capital Markets geht davon aus, dass sich Ministerpräsident Mariano Rajoy nach den erfolgreichen Auktionen in seiner Sicht bestärkt sieht, dass ein Antrag nicht dringlich ist. "Aber wenn der Refinanzierungsbedarf für 2013 stärker ins Blickfeld rückt, dürfte das Land doch zu einer Flucht in die Arme der EZB getrieben werden."

Nach Einschätzung der EU-Kommission wird Spanien noch mindestens zwei Jahre lang mit einem hohen Haushaltsdefizit kämpfen. Anders als von der Regierung in Madrid selbst berechnet, werde die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone auch 2014 mit einem Haushaltsloch von 6,4 Prozent weit vom vereinbarten Defizitziel von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfernt sein, sagte die EU-Kommission in ihrer Herbstprognose voraus.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kann man nicht in Erfahrung bringen, wer diese so überaus werthaltigen Papiere gekauft hat?

  • WER DAS GLAUBT DENN IST NICHT MEHR ZU HELFEN

  • SCHLIMM IST, dass alle Ersparnisse der kleinen deutschen Bürger schon jetzt verloren sind und die Schulden des ClubMed nie zurückgezahlt werden, und auch noch weitere Mega-Beträge aus Deutschland nach dem Willen der Berliner Fürsten der Blockparteien dorthin abfließen werden.

    NOCH SCHLIMMER IST, dass mit diesen Geldern im ClubMed lediglich wohlhabende Parasiten in Form von unnützen, untätigen, inkompetenten und korrupten Beamten-, Gewerkschafts-, Steuerhinterzieher- und Politiker-Heeren – und auch die italienische Mafia und neuerdings auch russische Schwarzgeld-Oligarchen gefüttert werden. Die Normalbürger gehen dagegen leer aus, und Reformen die eine künftige Verbessehrung der Wettbewerbsfähigkeit des ClubMed ermöglichen würden finden nicht statt.

    AM SCHLIMMSTEN IST ABER, dass die deutschen Politiker – und die Europa-Politiker sowieso – an diesem Zustand nichts auszusetzen haben, ihn ja sogar noch loben und fördern im vollem Wissen dass sich so am Desaster Europas nie etwas ändern wird, und dabei die eigenen Bürger hemmungslos belügen, betrügen und bestehlen.

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