Anleihemarkt Anleger sagen bereits „Au revoir, Marine“

Das Rennen um die französische Präsidentschaft geht zwar noch weiter, auf den Anleihemärkten scheint die Entscheidung aber schon gefallen zu sein. Die Anleger greifen wieder vermehrt zu französischen Papieren.
Update: 25.04.2017 - 16:27 Uhr Kommentieren
Die Stichwahl zwischen beiden Kandidaten steht zwar noch aus. Auf den Anleihemärkten geht man allerdings schon von einem Sieg Macrons aus. Quelle: AP
Emmanuel Macron und Marine Le Pen

Die Stichwahl zwischen beiden Kandidaten steht zwar noch aus. Auf den Anleihemärkten geht man allerdings schon von einem Sieg Macrons aus.

(Foto: AP)

FrankfurtAnleiheinvestoren halten einen Sieg des pro-europäischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron bei der Stichwahl in knapp zwei Wochen schon für ausgemachte Sache. „Die Märkte haben das Kapitel Le Pen bereits geschlossen“, erklärte Commerzbank-Analyst Rainer Guntermann. Anleger deckten sich wieder mit französischen Staatsanleihen ein, die Rendite der zehnjährigen Titel fiel deshalb am Dienstag auf ein Dreieinhalb-Monats-Tief von 0,746 Prozent.

Der Renditeaufschlag für die Papiere im Vergleich zu den ebenso lang laufenden Bundesanleihen war mit 39 Basispunkten so niedrig wie seit Ende November nicht mehr. Bereits am Montag hatten sich Investoren französischen Bonds wieder zugewandt, nachdem Macron die erste Wahlrunde am Sonntag für sich entscheiden konnte.

Auch eine am Dienstag veröffentlichte Sonderumfrage der Investmentberatung Sentix unterstützt die positive Sicht auf Macron. Aus Sicht von Investoren hat der unabhängige Präsidentschaftskandidat den Sieg praktisch in der Tasche: Nur acht Prozent der Anleger sehen eine realistische Chance, dass Rivalin Marine Le Pen in der Stichwahl am 7. Mai gewinnt. An der am Montag erhobenen Studie beteiligten sich fast 800 Investoren aus dem deutschsprachigen Raum.

Rund 40 Prozent der Befragten sehen Macron mit mindestens 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit als Sieger aus der Wahl hervorgehen. Weniger als zehn Prozent beziffern seine Chancen auf 50 Prozent oder geringer. „Damit scheint die Wahl für die Investoren gelaufen“, sagte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner.

Die EU-Gegnerin Le Pen kam in der ersten Wahlrunde am Sonntag auf den zweiten Platz und trifft in der Stichwahl auf Macron. In diese geht der reformfreudige und erklärte Europa-Befürworter als Favorit. Amtsinhaber Francois Hollande sowie die Wahlverlierer Benoit Hamon und Francois Fillon stellten sich hinter Macron. In der jüngsten Umfrage des Instituts Opinionway werden ihm 61 Prozent und Le Pen 39 Prozent Zustimmung vorhergesagt.

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