Anleihemarkt
Bundesanleihen unverändert, Japan-Bonds auf Zehn-Jahres-Tief

Die Notierungen zehnjähriger Bundesanleihen sind minimal gestiegen. Anders sieht es bei den Renditen japanischer Bonds aus, die nach Äußerungen des designierten neuen Notenbankchefs in den Keller gehen.
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Die Notierungen von zehnjährigen Bundesanleihen haben Montag seitwärts tendiert. Investoren blicken auf die Notenbanksitzungen der EZB und der Bank of England, die beide diese Woche stattfinden. „Für die Europäische Zentralbank gibt es bei der am Donnerstag anstehenden Ratssitzung keinen Grund, den geldpolitischen Expansionsgrad voreilig zu erhöhen. Es wäre falsch, den scheinbar nachlassenden Reformwillen in Europa mit einer Zinssenkung zu belohnen“, schreiben die Helaba-Analysten Viola Julien und Ulrich Wortberg in einer aktuellen Studie. „Im Gegensatz dazu mehren sich im geldpolitischen Entscheidungsgremium der Bank von England die Stimmen zugunsten einer weiteren Aufstockung der Anleihebestände.“

Die Rendite zehnjähriger Bunds war zuletzt mit 1,41 Prozent kaum verändert. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um acht Basispunkte auf 145,59 Prozent.

Äußerungen von Stefano Fassina von Pier Luigi Bersanis Demokratischer Partei, dass noch in diesem Jahr in Italien Neuwahlen anstehen könnten, sorgten darüber hinaus für etwas Verunsicherung auf den Märkten. „Nach den jüngsten Ereignissen hat der Markt von politischen Risiken erst einmal genug, und das wird heute das beherrschende Thema sein“, sagte Michael Leister, Rentenstratege bei Commerzbank in London. „Bunds dürften weiter Unterstützung erhalten, während es bei Peripherieanleihen tendenziell weitere Spreads oder steigende Renditen geben dürfte.“

Bei zehnjährigen italienischen Bonds stieg die Rendite um zwei Basispunkte auf zuletzt 4,81 Prozent. Damit nähert sie sich dem höchsten Stand seit über drei Monaten. Zehnjährige portugiesische Anleihen rentierten mit 6,23 Prozent einen Basispunkt höher.

Bei zehnjährigen spanischen Bonds ging es um sieben Basispunkte auf 5,15 Prozent nach oben. Zehnjährige italienische Papiere rentierten bei 4,85 Prozent sieben Basispunkte höher. Bei portugiesischen Bonds war die Rendite mit 6,24 Prozent zwei Basispunkte höher.

In den USA bewegten sich die Anleihekurse nur wenig. Zehnjährige Treasuries rentierten mit 1,83 Prozent einen Basispunkt niedriger.

In der Hoffnung auf verstärkte Käufe der Bank von Japan (BoJ) griffen Anleger bei japanischen Anleihen zu. Die Rendite der zehnjährigen Papiere fiel auf bis zu 1,505 Prozent, den tiefsten Stand seit 2003. Die 30-jährigen Titel markierten mit 1,715 Prozent ein Zweieinhalb-Jahres-Tief.

Der mögliche neue Chef der japanischen Notenbank, Haruhiko Kuroda, will im Kampf gegen Deflation und Konjunkturflaute die Notenpresse schneller rotieren lassen. Er fasst dabei auch den Ankauf langlaufender Staatsanleihen ins Auge.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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