Anleihemarkt
Run auf Staatsbonds: Renditen auf Rekordtief

Die Sorge vor einer tiefen globalen Rezession treibt die Anleger in Anleihen von sicheren Staaten. Die Renditen drückt das auf historisch niedrige Niveaus. Die zehnjährige Bundesanleihe, wichtigster Maßstab für Staatsanleihen aus der Euro-Zone, rentierte erstmals in ihrer Geschichte mit weniger als drei Prozent.

FRANKFURT. Das extreme Sicherheitsdenken der Anleger bringt eine der stabilsten Hürden am deutschen Finanzmarkt zu Fall: Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ist erstmals in ihrer Geschichte unter die Marke von drei Prozent gerutscht und notierte zeitweise bei 2,99 Prozent, ehe es wieder auf 3,04 Prozent ging.

Den neuerlichen Renditerückgang löste der Einkaufsmanager-Index der Euro-Zone für November aus, der schwächer ausgefallen war als erwartet. Weil weitere Zinssenkungen der Notenbanken als sicher gelten, rechnen Experten kurz- bis mittelfristig mit sehr niedrigen Renditen.

Die Marke von drei Prozent galt bei der zehnjährigen Bundesanleihe bislang als nicht zu unterbieten. Das bisherige Allzeittief aus dem Jahr 1989 lag bei 3,00 Prozent. Vor rund drei Jahren wurden noch einmal 3,03 Prozent erreicht. Der jetzige Absturz der Rendite und der damit verbundene Anstieg der Anleihekurse ist indes immens. Allein im November sank die Rendite um 64 Basispunkte und damit so stark wie seit 22 Jahren nicht mehr.

Allerdings vollzieht der Markt für deutsche Staatsanleihen nur die Entwicklung am bedeutendsten Bondmarkt in den USA nach. Die dortigen zehnjährigen Anleihen hatten vergangene Woche bereits die Drei-Prozent-Marke unterboten und rentierten zuletzt mit weniger als 2,7 Prozent. Dies ist der tiefste Stand seit über 50 Jahren.

Auch bei den Experten herrscht tiefe Ratlosigkeit. "Vielleicht dauert diese Rezession nicht fünfeinhalb Jahre, wie dies in den USA zwischen 1873 und 1879 der Fall war. Aber selbst da bin ich mir nicht sicher", sagt Albert Edwards, Chefstratege von Société Générale.

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