Anleihemarkt
Schwacher Euro belastet europäische Staatsanleihen

Belastet von weiteren Abschlägen beim Euro haben die europäischen Staatsanleihen am Mittwoch niedriger notiert. „Es hängt wohl nach wie vor alles an den Inflationsdiskussionen und damit einhergehend am Kursrutsch des Euro“, sagte ein Händler.

HB FRANKFURT. Der für die europäischen Rentenmärkte richtungweisende Bund-Future lag am Mittag 15 Ticks niedriger bei 119,70 Zählern. Die zehnjährige Bundesanleihe fiel um 19 Ticks auf 98,10 Punkte und rentierte mit 3,483 Prozent. „Die Bondmärkte sind zur Zeit wirklich fast nur von der EZB und politischen Kommentaren getrieben“, kommentierte der Leiter der Zins- und Rentenstrategie bei der HVB, Michal Rottmann. „Die Bewegungen von gestern waren ja sehr von politischen Forderungen getrieben. Da stellt sich jetzt die Frage, ob sich das eine Notenbank bieten lassen kann.“ Die Finanzminister der Euro-Zone hatten die EZB aufgefordert, den Leitzins zur Unterstüzung des allmählichen Konjunkturaufschwungs zunächst nicht zu erhöhen.

Der Bund-Future war in Folge gestiegen. „Das impliziert, dass die Marktteilnehmer nicht glauben, dass die EZB absolut autonom ist. Das ist natürlich ein gefährliches Umfeld für die EZB und könnte sie vieleicht eher dazu zwingen, im Dezember doch den Leitzins zu erhöhen.“

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und Bundesbank-Präsident Axel Weber haben unterdessen die Bereitschaft der EZB zu einer Zinserhöhung bekräftigt. Die EZB könne die Zinsen jederzeit ändern, sagte Trichet am Mittwoch vor der Presse in Frankfurt. Der EZB-Rat habe bei seiner letzten Sitzung „akzeptiert“, dass sich die Risiken für die Preisstabilität verstärkt hätten. Auch Weber warnte erneut vor zunehmenden Inflationsgefahren. „Die Preisrisiken gehen vom hohen Ölpreis und der überreichlichen Liquiditätsausstattung aus“, sagte Weber bei einer Veranstaltung des Bayerischen Bankenverbandes in München.

Die EZB hatte zuletzt immer wieder wegen größerer Inflationsgefahren gewarnt, sie könne jederzeit die Zinsen erhöhen. Derzeit ist aber offen, ob die Währungshüter schon im Dezember handeln oder noch warten, bis sich die Konjunkturerholung gefestigt hat.

Der Euro setzte seinen Abwärtstrend fort. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am frühen Nachmittag bei 1,1744 Dollar und damit nur noch leicht über dem am Dienstag markierten Zwei-Jahres-Tief.Der Bobl-Future notierte zwölf Ticks niedriger bei 112,24 Zählern. Der Schatz-Future lag viereinhalb Ticks im Minus bei 105,545 Stellen.

Die von der Bundesbank täglich errechnete Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen fiel auf 3,33 (Dienstag 3,38) Prozent. Der Rex-Rentenindex notierte mit 0,26 Prozent im Plus bei 120,2081 Stellen.

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