Anleihemarkt
Spanische Papiere wieder über sechs Prozent

Die Rendite für spanische Anleihen ist am Mittwoch erstmals seit Wochen wieder auf über sechs Prozent gestiegen. Das setzte auch die Staatstitel von Italien unter Druck.
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Madrid/RomAn den Anleihemärkten der Euro-Krisenländer Spanien und Italien hat sich die Stimmung zur Wochenmitte wieder deutlich eingetrübt. In der viertgrößten Euro-Wirtschaft Spanien stieg die Rendite für zehnjährige Staatspapiere am Mittwoch erstmals seit Mitte April wieder über die Marke von sechs Prozent.

Unter Druck standen auch italienische Staatstitel. Als ausschlaggebend gilt zum einen die politisch vertrackte Lage beim größten Sorgenkind Griechenland und die zusehends unter Druck stehenden Banken Spaniens. So wird es immer wahrscheinlicher, dass der spanische Staat dem Bankensektor, der immer stärker unter der 2008 geplatzten Immobilienblase leidet, unter die Arme greifen muss.

In Spanien stieg die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen im Vormittagshandel auf bis zu 6,02 Prozent. Der Risikoaufschlag zu deutschen Papieren gleicher Laufzeit beträgt mithin fast viereinhalb Prozentpunkte. Das ist der höchste Stand seit Ende November 2011 - also noch bevor die Europäische Zentralbank (EZB) die Lage mit zwei gewaltigen Geldspritzen sichtlich beruhigen konnte. Noch stärker standen in Spanien kurz laufende Staatstitel unter Druck.

In der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft Italien trübte sich die Stimmung ebenfalls deutlich ein. Allerdings liegt das dortige Renditeniveau unter dem in Spanien. Derzeit rentieren zehnjährige italienische Titel mit gut 5,5 Prozent und damit einen halben Prozentpunkt unter spanischen Papieren. Bereits in den vergangenen Monaten hatten sich die Renditen in Spanien und Italien zumeist gleichgerichtet bewegt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ...und deutsche Kreditausfallversicherungen (CDS) stiegen in den vergangenen fünf Tagen um 5,12 Punkte, alleine gestern um 3,57 Zähler auf mittlerweile 88,94 Zähler (mehr als doppelt soviel wie für die USA).

    Derweil stiegen die nicht fällig stellbaren und erschreckend besicherten Target-Forderungen der Bundesbank alleine im April erneut um 28,6 Milliarden Euro (seit Jahresbeginn um 181 Milliarden Euro) auf nun insgesamt €644,182,010,456.05 (Stand 30. April 2012) - dies entspricht 25% des deutschen BIPs.

    Zum Vergleich dazu: Das Gesamtvermögen der US-FED beträgt 3,85 Dollar (rund 2,6 Bio. Euro), wobei in den USA es ein offenes Geheimnis ist, das auch hier das meiste an Sicherheiten wertlos sein dürfte.


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