Anleihemarkt
Spanische Renditen spielen verrückt

Die Nervosität am Anleihemarkt wächst von Tag zu Tag. Auch heute fallen die Kurse von spanischen Bonds. Die Renditen für fünfjährige Papiere sind sogar höher als für zehnjährige. Anleger fürchten eine baldige Pleite.
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LondonDie Renditen fünfjähriger spanischer Papiere lagen zeitweise bei 7,45 Prozent - und damit höher als die zehnjährigen (7,436 Prozent). Üblicherweise erhalten Anleger für Anleihen mit einer kürzeren Laufzeit weniger Rendite als für Langläufer. Kehrt sich dies um, deutet das in der Regel darauf hin, dass das Risiko für einen Zahlungsausfall an den Märkten höher eingeschätzt wird. So wie nun im Falle Spaniens. Eines jedenfalls steht. Sollten die Renditen für spanische Staatspapiere weiter so hoch bleiben, werden die Südeuropäer ihre Schulden kaum zurückbezahlen können.

Im Handelsverlauf stieg die Zehnjahresrendite dann aber weiter und stärker als die der fünfjährigen. Zuletzt rentierten die Langläufer bei mehr als 7,5 Prozent. Auch Bonds aus Italien gerieten nach anfänglichen Kursgewinnen unter Abgabedruck, die Renditen stiegen markant. Bei italienischen Papieren mit Laufzeit von zehn Jahren kletterte die Rendite um 12 Basispunkte auf 6,41 Prozent. Bei spanischen Papieren ist es der fünfte Tag mit Kursverlusten in Folge. Auch bei einer Auktion kurlaufender Anleihen am Vormittag musste Spanien den Investoren höhere Zinsen bieten als zuletzt. Der spanische Aktien-Leitindex notierte 2,2 Prozent schwächer.

Spaniens Schuldenlast in den Regionen sorgt für immer weitere Verwerfungen. Bonds der Region Katalonien verloren weiter an Wert, nachdem Vertreter der Regionalregierung in Barcelona ankündigten, den Rettungsschirm der Regierung möglicherweise in Anspruch zu nehmen. Die Regionen haben von der Zentralregierung bereits zwei Mal seit Jahresbeginn Hilfen erhalten. Valencia hatte in der Vorwoche als erste Region angekündigt, den Rettungstopf der Regierung anzuzapfen.
Die Eurokrise greift derweil weiter um sich. Investoren verkauften auch Bundesanleihen. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten um sieben Basispunkte höher bei 1,24 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future sank um 67 Basispunkte ab auf 144,88 Prozent. Auch bei niederländischen Staatsanleihen erhöhte sich die Rendite deutlich und stieg um acht Basispunkte auf 1,70 Prozent.

Die Ratingagentur Moody's Investor Service hatte in der Nacht auf Dienstag den Ausblick für Anleihen Deutschlands, Luxemburgs und der Niederlande auf “negativ” gesenkt und dies mit der “wachsenden Unsicherheit” angesichts der Schuldenkrise in Europa begründet.
Die Entscheidung von Moody's zu “Luxemburg, die Niederlande und Deutschland” übe Druck auf die Bunds aus, sagte Christian Reicherter von der DZ Bank AG in Frankfurt. Mit Blick auf die Wirtschaftsentwicklung gebe es keine guten Nachrichten. Für den spanischen Staat werde es mit Sicherheit teurer, Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen, ergänzte Reicherter.
Zehnjährige US-Treasuries dagegen waren kaum verändert, die Rendite sank um einen Basispunkt auf 1,44 Prozent. Am Montag war die Rendite der Treasuries zeitweise auf ein Rekordtief von 1,3960 gesunken. Zum Vergleich: In den vergangenen zehn Jahren lag die Rendite der Treasuries durchschnittlich bei 3,76 Prozent, zeigen Bloomberg-Daten.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ausgehend von dem Pfad, auf dem Spanien derzeit ist, wird es seine Schulden sowieso niemals zurückzahlen können. Selbst dem größten Dummkopf müsste es mittlerweile eigentlich klar sein, dass die Politik, die Griechenland in den Totalruin führte, Spanien nicht erblühen lassen kann.

    Spanien soll zur Peseta zurück kehren und sich im Innern ein Beispiel an der Politik der jetzigen französischen Regierung nehmen - alles andere kann Spanien nicht einmal theoretisch aus der Krise führen.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    http://www.freegermany.de/apokalypse20xx.html

  • Die Umkehr der Zinssätze bei Lang- und Kurzläufern deutet - wie auch schon bei Griechenland - den kommenden Zusammenbruch des Systems an. Bislang hatte die spanische Regierung darauf gesetzt, sich durch niedrig verzinste Kurzläufer liquide zu halten, um nicht jahrzehntelang hochprozentige Langläufer bedienen zu müssen. Diese Option schließt sich nun. Die Investoren gehen zunehmend davon aus, dass Spanien seine Finanzen aus eigener Kraft nicht mehr kontrollieren kann. Ein Bailout kündigt sich an. Das Land wird vom freien Finanzmarkt abgeschnitten.

    Was bedeutet das? Spanien wird versuchen, unter den Rettungsschirm zu kommen. Dieser ist aber nicht groß genug für eine wirkliche längerfristige Finanzierung des Landes. Gleichzeitig werden die Bürger des Landes, wie schon die Griechen, ihre Konten räumen, gigantisch Summen strömen ins Ausland und werden spanische Banken kollabieren lassen. Dem kränkelnden Immobilensektor
    wird zudem vollends der Boden entzogen - ein weiterer schwerer Schlag für die Banken und Hausbesitzer. Im Bankenbereich dürfte der Abschreibungsbedarf bis zu einer Billion betragen. Die in der Mache befindliche Bankenrettung von 100 Mrd. Euro ist da ein Witz! Die Regierung und die Regionen sind komplett zahlungsunfähig. Allein die 25 Prozent an Arbeitslosen kosten den spanischen Staat jährlich mehr als 100 Mrd. Euro - Tendenz steigend! Kein Rettungsschrim kann das auffangen, zumal es bald keine Geberländer mehr geben wird. Italien geht ebenfalls am Stock und wird mit leichter zeitlicher Verzögerung ebenfalls Hilfen benötigen. Zypern, Portugal, Irland, Griechenland und mehrere ehemalige Ostblockländer sind bereits zahlungsunfähig. Die Fortführung des Projekts Euro ist kompletter Irrsinn! Wir brauchen schnellstmöglich wieder für alle Länder nationale Parallelwährungen. Der Euro ist gescheitert, die EU mit ihren Allmachtsphantasien ebenfalls.

  • Liebe Leute, von einem "Verrücktspielen" der Renditen kann überhaupt nicht die Rede sein. Vielmehr kommen die Südländer schlicht und einfach wieder in der Wirklichkeit ganz normaler Zinssätze an. Daß sie diese früher ganz selbstverständlich vom Markt geforderten Sätze nicht mehr in der Lage sind zu stemmen, zeigt nur das wahnwitzige Ausmaß der Verschuldung an. Die Märkte spielen nicht verrückt, sie verhalten sich angesichts der Probleme geradezu träge!

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