Anleihemarkt: Standard & Poor’s warnt vor Zahlungsausfällen

Anleihemarkt
Standard & Poor’s warnt vor Zahlungsausfällen

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) geht davon aus, dass spätestens im nächsten Jahr mehr Schuldner ihre Anleihen und Kredite nicht zurückzahlen. Noch sind die Ausfallraten sehr gering, doch die Kreditqualität der Schuldner sinkt tendenziell.

cü FRANKFURT. Im vergangenen Jahr kamen in Europa neue so genannte Junk-Bonds von Schuldnern mit Ratings unterhalb des sicheren Investment-Grade im Rekordvolumen von über 68 Mrd. Euro auf den Markt. Seit 2003 steigt die Zahl der neuen Junk-Bonds stetig. Dies macht S&P Sorgen. Nach Daten der Agentur können im Schnitt über zehn Prozent der Emittenten mit einem Non-Investment-Grade-Rating ihre Anleihen nach drei Jahren nicht mehr bedienen.

Die Ausfallgefahr steigt dabei, je schlechter das Rating ist. Und der Anteil der Schuldner mit einem Rating im Bereich Einfach-B, der einem hohen Ausfallrisiko entspricht, hat sich im vergangenen Jahr auf 52 Prozent erhöht. Im Jahr 2003 hatte weniger als ein Drittel der Emittenten ein so schlechtes Rating. Dies sei ein Warnsignal für mögliche Ausfälle in der Zukunft, schreibt S&P in einer Studie. Bei Schuldnern mit Ratings im Bereich Einfach-B liegt die Ausfallquote nach drei Jahren bei 15,8 Prozent, bei Schuldnern mit den darunter liegenden CCC-Ratings sogar bei knapp 52 Prozent.

S&P warnt – wie auch die Ratingagenturen Moody’s und Fitch – schon länger vor steigenden Zahlungsausfällen. Bislang ist die Zahl der Ausfälle aber sehr gering. Im vergangenen Jahr bedienten laut S&P weltweit nur 29 Emittenten mit Ratings aus dem Non-Investment-Grade ihre Schulden über insgesamt gut sieben Mrd. Dollar nicht. Die Ausfallrate sank damit auf 1,09 Prozent – den niedrigsten Stand seit 1981.

In Europa gab es vier Ausfälle – neben einem nicht öffentlich gerateten Emittenten blieben der deutsche Automobilzulieferer Schefenacker, der britische Telekomkonzern Damovo Group und der französische Automobilzulieferer Global Automotive Logistics Zahlungen schuldig. Damit stieg die Ausfallrate in Europa auf 2,07 Prozent und lag damit höher als in den vergangenen beiden Jahren. Die meisten Zahlungsausfälle in Europa gab es im Jahr 2002, damals lag die Quote bei 12,9 Prozent.

Aktuell hält S&P weltweit 26 Emittenten für stark ausfallgefährdet. In Europa gibt es mit dem britischen Gaszylinderhersteller Luxfer Holdings nur einen solchen Schuldner.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%