Anleihen: Anleger reißen sich um griechische Papiere

Anleihen
Anleger reißen sich um griechische Papiere

Die Rendite griechischer Anleihen sinkt immer weiter. Athen will die Gunst der Stunde nutzen. Der Finanzminister kündigt an, dass das Land neue Papiere ausgeben wird. Schon bald soll es so weit sein.
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AthenWann genau die Rückkehr geschehen soll, sagte er jedoch nicht. Es gebe „absolut keine Eile“. Medien spekulieren seit Tagen, dies könnte bereits schon am Montag oder spätestens bis Ende der Woche der Fall sein. Die Nachrichtenagentur dpa erfuhr aus Kreisen des Finanzministeriums, es sei alles bereit. Man warte nur auf die Anweisung von höheren Stellen, um den ersten Marktgang nach mehreren Jahren zu starten. Vor vier Jahren war Griechenland unter den Rettungsschirm internationalen Geldgeber geflüchtet.

Kurz vor dem erwarteten Comeback haben Anleger bei ausstehenden griechischen Anleihen erneut zugegriffen. Die Rendite der zehnjährigen griechischen Titel fiel auf 6,116 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit März 2010. Griechische Papiere schafften einen Ertrag von 23 Prozent – die beste Entwicklung unter den 34 Märkten, die von den Bloomberg-World-Bond-Indexes abgebildet werden.

Spekulationen um Wertpapier-Käufe der Europäischen Zentralbank (EZB) schürten die Kauflaune zusätzlich, sagte ein Börsianer. Hiervon profitierten auch die Anleihen anderer südeuropäischer Staaten. Zehnjährige Papiere Spaniens und Italiens standen ebenfalls hoch im Kurs. Ihre Renditen hielten sich mit 3,133 beziehungsweise 3,150 Prozent in Reichweite ihrer Tiefs vom Freitag.

Einem Bericht der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zufolge laufen bei der EZB Planspiele zu Wertpapier-Käufen im Volumen von bis zu einer Billionen Euro. Damit soll die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abgewehrt werden. Die EZB wollte sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern.

Griechenland denkt über die Emission einer fünfjährigen Anleihe im Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro nach. Börsianern zufolge könnte der Mittelmeer-Anrainer diese Papiere bereits in den kommenden Tagen anbieten. In den vergangenen Monaten hatten die ebenfalls mit europäischen Milliarden gestützten Länder Irland und Portugal erfolgreich neue Bonds platziert.

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Kommentare zu " Anleihen: Anleger reißen sich um griechische Papiere"

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  • "Anleger reißen sich um griechische Papiere"

    Wieso "Anleger"?

    Staaten verschulden sich zu 97% bei Banken und Versicherungen!!!

    (Die Versicherungs AGs gehören auch den Bankstern)

    Wollen die privaten Konzernmedien bzw. Medienmacher nicht, dass wir erfahren bei wem sich alle Staaten verschulden?

    Hängen wir alle am Tropf eines privaten Geldmonopols???

    Woher haben die Bankster das ganze Geld um es den Staaten zu leihen, wenn sie doch selbst angeblich alle pleite sind bzw. gerettet werden müssen?

    Banken schaffen ( Was viele nicht wissen ) Geld aus dem nichts ( per Kredit ) und verschulden/versklaven damit die ganze Menschheit!

    Die wichtigste Frage lautet: Wie entsteht Geld?

    Geld entsteht nur über Kredit!!!

    Geld = Schuld

    Jedem Euro/Dollar Guthaben steht ein Euro/Dollar Schulden gegenüber!

    Jeder Euro/Dollar der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss plus Zinsen an die internationalen Bankster zurückgezahlt werden!
    ( Privatbanken bzw. deren EIGENTÜMER haben das Geldmonopol! )

    "So ist unser Geldsystem. Gäbe es keine Schulden, gäbe es kein Geld!" (Marriner Eccles, Präsident des privaten Federal Reserve Systems, am 30. September 1941)

    Warum erfahren wir in den privaten Konzernmedien nie etwas über das Schuldgeldsystem bzw. Geldmonopol der internationalen Bankster?

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann", "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" oder "Goldschmied Fabian" suchen.

  • Zitat: “ Dazu sei Ihnen der HB Artikel zu GR aus der letzten Woche empfohlen“

    Dazu gibt’s auch Aktuelles von heute:

    “ Rechnet sich Griechenland wieder schön?

    Finanzminister Giannis Stournaras hat schon im Februar gegenüber dieser Zeitung erklärt, sein hochverschuldetes Land werde für 2013 einen primären Haushaltsüberschuss …. ausweisen.

    Allerdings lassen die bisherigen Eurostat-Daten Zweifel an der Berechnung aufkommen. Bislang liegen drei Quartalswerte bei Eurostat öffentlich vor. Im ersten und zweiten Quartal hatte Griechenland ein hohes Primärdefizit – also auch ohne Berücksichtigung der Zinszahlungen. Im zweiten Quartal betrug es sogar mehr als 12 Milliarden Euro.

    Erst im dritten Quartal schaffte Athen – ohne solche Sondereffekte – einen Überschuss der laufenden Steuereinnahmen über die Ausgaben von 631 Millionen Euro.“


    (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/haushaltsueberschuss-rechnet-sich-griechenland-wieder-schoen-12882937.html)

    Und weiter:

    Wie für das Gesamtjahr 2013 ein Überschuss resultieren kann, erscheint einigen Ökonomen erklärungsbedürftig. Der Eurokritiker und AfD-Chef Bernd Lucke hat nun an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einen Brief geschrieben und um Aufklärung der Diskrepanzen gebeten. Auf der einen Seite gebe es die Troika-Aussage zum Überschuss und auf der anderen die Eurostat-Zahlen, die für die ersten drei Quartale zusammen 17Milliarden Defizit ergeben. „Es stellt sich daher die Frage, ob die Troika einerseits und Eurostat andererseits völlig unterschiedliche Definitionen des Primärdefizits zugrunde legen“, schreibt Lucke in dem Brief

    @Eddie1

    Das oben war keine Schleichwerbung, sondern offene Werbung. Ebenso wie hier, nur damit keine Missverständnisse aufkommen. Wenn die FAZ das darf, dann sollte die Handelsblatt-Netiquette das auch durchlassen.

  • Quelle: Dann mal den ESM nachlesen. Dieser springt ein wenn ein EU-Land in Finanzielle Schwierigkeiten gerät. Und Griechenland wäre platt wenn das hier nicht gelingt. Daher kommt es für den ESM billiger gleich zu kaufen sobald schwäche da ist.

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