Anleihen
Anleihemarkt ignoriert gute US-Daten

Der überraschend gute Frühindikator für die US-Wirtschaft hat die Anleihemärkte am Dienstag kalt gelassen.

cü FRANKFURT. Der vom US-Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Frühindikator stieg im Januar um 1,1 Prozent und übertraf damit die schon optimistischen Prognosen von im Schnitt plus 0,6 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future lag am späten Abend mit 0,02 Prozentpunkten im Minus bei 120,74 Prozent. Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihe und der zehnjährigen US-Anleihe lagen kaum verändert bei 3,45 und 4,57 Prozent.

„Der Index war zwar besser als erwartet, aber der Markt rechnet ohnehin damit, dass die US-Notenbank die Leitzinsen noch in zwei Schritten auf fünf Prozent anheben werden wird“, sagte ein Rentenhändler. Kaum Einfluss hatte daher auch die Veröffentlichung des Protokolls der letzten Notenbanksitzung, dessen Inhalt ähnlich gedeutet wurde.

Aus technischer Sicht warnten Analysten davor, die jüngste Stärke der Bondmärkte überzubewerten. Der Bund-Future habe sich zwar über der Marke von 120 Prozent stabilisiert, aber der Abwärtstrendkanal, der sich seit dem Allzeit-Hoch Anfang September 2005 ausgeprägt habe, sei noch intakt, schrieben HSBC Trinkaus und Burkhardt. Am 2. September war der Bund-Future in der Spitze bis auf 124,60 Prozent gestiegen. Auch die WGZ Bank meinte, dass der Bund-Future bislang nur "den leichten Teil des Weges" hinter sich habe. In der Zone zwischen 121,05 und 121,20 Prozent warte der Härtest.

Am Primärmarkt platzierte die L-Bank, die Förderbank Baden-Württembergs, einen zehnjährigen Bond über 1,5 Mrd. Euro. Die Konsortialführer Citigroup, Dresdner Kleinwort Wasserstein und JP Morgan bekamen Kaufaufträge von 2,7 Mrd. Euro und schlossen die Bücher früher als erwartet. Außerdem war nach Angaben aus Konsortialkreisen der Anteil asiatischer Zentralbanken an den Investoren außergewöhnlich hoch.

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