Anleihen
Argentiniens zweiter Anlauf

Argentiniens Staatspleite schockte die Finanzwelt. Jetzt will das Land auf den Anleihemärkten wieder Geld aufnehmen. Kein einfacher Plan, denn das Vertrauen der Investoren ist dahin. Wie die Regierung in Buenos Aires sich mit Alt-Gläubigern einigen will - ohne ein verbessertes Angebot.

BUENOS AIRES/FRANKFURT. Argentinien will wieder Zugang zu den internationalen Anleihemärkten bekommen. Die Regierung in Buenos Aires wird dafür jenen Gläubigern ein Angebot machen, die 2005 nicht bei der Umschulung mitgemacht haben. Grund zu großer Freude ist das für die Gläubiger indes nicht: Wirtschaftsminister Amado Boudou hat angekündigt, dass sie bei der jetzigen Restrukturierung ein schlechteres Angebot als damals erhalten werden.

Mit dem Schritt will Argentinien das Kapitel Umschuldung endgültig abschließen und den Weg für die Neukapitalaufnahme argentinischer Unternehmen und Provinzen sowie des Staates öffnen. Seit der Umschuldung 2005 bekommt der argentinische Staat ausländisches Kapital nur auf einem Umweg über Venezuela, das sich diesen Dienst teuer bezahlen lässt.

2005 hatte Argentinien den Gläubigern einen beispiellosen Wertverlust von 70 Prozent zugemutet. Besitzer von Anleihen im Wert von 20 Mrd. Dollar machten damals bei der Umschuldung nicht mit. Diese so genannten Hold-Outs will die Regierung jetzt wieder ins Boot holen. Er sei zuversichtlich, dass 60 Prozent der Alt-Gläubiger das Angebot annähmen, sagt Boudou.

Die Chancen, dass das funktioniert, stehen nicht schlecht. Vladimir Werning, Volkswirt bei JP Morgan, kann sich gut vorstellen, dass alle Investoren, die nicht gegen die Regierung geklagt haben, das Angebot annehmen werden. Laut Werning haben Besitzer von Bonds über fünf Mrd. Dollar Klagen gegen Argentinien eingereicht. "Viele Anleger sind mürbe und erwarten kein besseres Angebot mehr", meint auch Mauro Toldo, Volkswirt bei der Dekabank.

Die Erfolgsaussichten des neuen Umschuldungsversuchs sind auch deshalb gut, weil die Großbanken Barclays, Citigroup und Deutsche Bank rund 40 Prozent der Forderungen bündeln. Sie sind als potenzielle Konsortialbanken daran interessiert, das Anleihengeschäft mit Argentinien wieder ans Laufen zu bringen. Von den institutionellen Investoren will Boudou, dass sie zehn Prozent neues Kapital zur Umschuldung zuschießen.

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