Anleihen
Ausverkauf am europäischen Bondmarkt

Die bevorstehende US-Präsidentschaft Donald Trumps könnte Experten zufolge der seit drei Jahrzehnten andauernden Rally am Anleihemarkt ein Ende setzen. Investoren schichten in großem Stil Geld von Anleihen in Aktien um.

Das Anleihekauf-Programm der Europäischen Zentralbank wird ausgebremst, da die Aussicht auf höhere Fiskalausgaben der Regierung von Donald Trump in den USA die Bondrenditen weltweit in die Höhe treibt. Der globale Ausverkauf lässt die Renditen überall im Euroraum steigen, auch wenn die Bonds von der quantitativen geldpolitischen Lockerung der EZB über monatliche Anleihekäufe im Volumen von 80 Milliarden Euro gestützt werden.

Zwar werden durch die höheren Renditen mehr Anleihen für die Käufe der Zentralbank verfügbar. Doch können die höhere Renditen auch negativ für die Wirtschaft sein, indem die Finanzierungskosten wieder steigen. Die EZB wird ihre nächsten geldpolitischen Entscheidungen auf der Ratssitzung am 8. Dezember bekanntgeben.

Die 10-jährige deutsche Benchmark-Anleihe nimmt Kurs auf die längste Talfahrt seit Mai 2015 und die Rendite 10-jähriger Italien-Bonds kletterte auf den höchsten Stand seit Juli 2015. Auch die britischen Gilts weiteten ihre Kursverluste aus.

„Trump hat die Latte für die Dezember-Sitzung höher gelegt“, sagte David Schnautz, Stratege für Festverzinsliche bei der Commerzbank AG in London. „Mit einem Anstieg der Renditen, aus Gründen die nicht im Binnenmarkt liegen, wird die EZB nicht glücklich sein. Sie sind in Zugzwang geraten. Die Leute blicken nach vorne auf die Dezember-Sitzung und warten, was geschehen wird.“

Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe kletterte am Montag bis mittags um knapp acht Basispunkte auf 0,385 Prozent. Die 30-jährige Rendite stieg erstmals seit Mai über 1,0 Prozent. Italiens 10-jährige Bonds rentierten 18 Basispunkte höher bei 2,20 Prozent.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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