Anleihen: Banker erwarten „Sturm“ am Bondmarkt

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Banker erwarten „Sturm“ am Bondmarkt

Seit Monaten flutet die US-Notenbank Federal Reserve die Märkte mit billigen Dollar und hält so das Zinsniveau künstlich niedrig. Mancher Anleihe-Stratege glaubt, dass das Kartenhaus bald zusammenfallen wird.

New YorkDie seit vier Jahren andauernde Rally am Markt für US- Unternehmensanleihen lässt kaum noch Spielraum für weitere Kursgewinne. Die US-Notenbank Federal Reserve hält die Leitzinsen niedrig, um die Konjunktur anzukurbeln, die sich noch nicht von der schlimmsten Finanzkrise seit den 1930er Jahren erholt hat. Und Investoren, die als Antwort auf die Anreize der Notenbank in riskantere Anlagen umgeschichtet haben, unterziehen ihre Investments angesichts erster Anzeichen einer sich verschlechternden Kreditqualität einer Neubewertung.

“Zur Zeit haben wir eine delikate Situation”, sagt Hans Mikkelsen, Kredit-Stratege bei Bank of America in New York in einem Telefoninterview mit Bloomberg News. Längerfristig “sind US-Treasuries die riskanteste Anlageklasse im Bereich Festverzinsliche”, fügt er an. Die Experten von JPMorgan Chase erwarten gar einen “Jahresend-Sturm im Markt für US-Staatsanleihen”.

Anleger hatten im dritten Quartal 61,3 Mrd. Dollar in Anleihefonds weltweit gepumpt und sind damit auf dem Weg, den Rekord des Jahres 2010 zu übertreffen. Das geht aus Daten von EPFR Global in Cambridge, Massachusetts, hervor.

Nach Einschätzung der Strategen um Terry Belton von JPMorgan wird es zwar kurzfristig weiterhin eine starke Nachfrage nach Festverzinslichen geben. Zum Jahresende 2012 erwarten sie jedoch einen Anstieg der Renditen zehnjähriger US- Treasuries von derzeit um 1,70 Prozent auf zwei Prozent.

Ein Investor, der Treasuries im Volumen von nominal 10 Mio. Dollar beispielsweise mit einer Rendite von 1,74 Prozent kauft, würde 182.000 Dollar verlieren, wenn die Rendite bis zum Jahresende auf zwei Prozent steigt, wie Daten von Bloomberg zeigen. “Wir betrachten dies als die Ruhe vor einem Jahresend- Sturm im Markt für Treasuries”, erklärte Belton, globaler Leiter der Analyse für Festverzinsliche und Devisen vom 1. Oktober in einer Video-Botschaft an Kunden.
Beltons Team kam vor den Strategen von Barclays und Bank of America auf den ersten Platz im Bereich Analyse für Festverzinsliche in der Umfrage von Institutional Investor.

Die Experten von Barclays dagegen trauen den Staatsanleihen mehr zu als die Strategen der Konkurrenz. Die Gewinne in den sichersten Segmenten des Marktes für Unternehmensanleihen “scheinen im Wesentlichen ausgereizt zu sein”, schrieben die Barclays-Strategen in ihrem globalen Ausblick vom 25. September mit dem Titel “Don't fight the Fed”. Für Investoren, die nach Möglichkeiten Ausschau halten, ihr Risiko abzuschwächen, seien Anlagen, die als sicherer Hafen gelten und US-Treasuries viel geeigneter als hoch benotete Unternehmenspapiere, hieß es weiter.

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"Die Rendite wird das Risiko nicht wettmachen"

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