Anleihen
Bondanleger stürzen sich auf K+S

Seit der im Dezember in den Dax-30 aufgestiegene Salz- und Düngemittelhersteller K+S vor rückläufigen Gewinnen warnte, steht die Aktie nicht mehr so hoch im Kurs. Dagegen war die erste Anleihe von K+S in der vergangenen Woche sehr gefragt.

FRANKFURT. Insgesamt gaben in nur 20 Minuten rund 440 institutionelle Investoren wie Fonds oder Banken Kaufaufträge über neun Mrd. Euro ab. Damit war die Anleihe, die ein Volumen von 750 Mio. Euro hat, zwölffach überzeichnet. Das ist selbst im aktuellen Umfeld viel, in dem sich Investoren meist auf neue Firmenanleihen stürzen.

Mit der Anleihe löst K+S einen Teil der Kredite ab, mit denen das Kasseler Unternehmen die Übernahme des US-Salzherstellers Morton Salt finanziert. Mit der Übernahme steigt K+S zum weltgrößten Salzproduzenten auf. Dafür stehen dem Konzern Kredite über bis zu 1,55 Mrd. Euro mit Laufzeiten von anderthalb bis drei Jahren zur Verfügung.

Im für K+S wichtigsten Geschäftsfeld - der Produktion von Kali- und Magnesiumrohsalzen - ist der Konzern mit einem Marktanteil von 10,7 Prozent der drittgrößte Kaliproduzent. Kali- und Magnesiumrohsalze sind der Rohstoff für zahlreiche Düngemittel. Die Konjunkturkrise hat den Preis für Kalium und die Nachfrage nach Düngemitteln einbrechen lassen. Bis Mitte vergangenen Jahres boomte der Düngemittelmarkt dank der Nachfrage aus aufstrebenden Ländern wie China und Indien. K+S selbst erwartet, dass sich die Nachfrage im kommenden Jahr wieder belebt, aber noch nicht wieder zu voller Kapazitätsauslastung führt.

Diese verhaltenen Aussichten schreckten die Anleiheinvestoren offensichtlich nicht. Die massiv überzeichnete erste K+S-Anleihe wird in fünf Jahren fällig und jährlich mit fünf Prozent verzinst. Ausgegeben wurde sie zu einem Kurs knapp unter 100 Prozent, so dass sich eine Emissionsrendite von 5,09 Prozent ergab. Im Handel war der Bond am Freitag bei institutionellen Investoren weiter so gefragt, dass der Kurs deutlich stieg und die Rendite auf 4,63 Prozent sank. Privatanleger können die Anleihe erst in dieser Woche über Banken und den Handel an der Börse beziehen.

"Ein neuer bekannter Name und ein Kupon von fünf Prozent, das zieht gerade im derzeitigen Umfeld stark gesunkener Renditen bei den Anleiheinvestoren", sagt Joachim Heppe, Leiter des Syndikats für Anleihen bei der Commerzbank. Er muss es wissen, denn die Commerzbank platzierte die Anleihe gemeinsam mit den Banken Société Générale und Unicredit bei den Bondkäufern.

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