Anleihen

Bonds profitieren vom schwachen Ölpreis

Die erneute Schwäche beim Öl stützt Europas Staatsanleihen. Die Papiere präsentierten sich am Freitag mit leichten Gewinnen. Deutsche Bundesanleihen steuern für die Woche auf den höchsten Kursanstieg in einem Monat zu.
Experten gehen davon aus, dass die Anleihen ihren Aufwärtstrend bis zur Fed-Entscheidung fortsetzen. Quelle: dpa
Euro-Münzen

Experten gehen davon aus, dass die Anleihen ihren Aufwärtstrend bis zur Fed-Entscheidung fortsetzen.

(Foto: dpa)

BerlinEuropas Staatsanleihen haben sich am Freitag größtenteils mit leichten Gewinnen präsentiert. Deutsche Bundesanleihen steuern ebenso wie italienische und französische Bonds für die Woche auf den höchsten Kursanstieg in einem Monat zu.

Zuletzt rentierten Bunds bei 0,55 Prozent knapp zwei Basispunkt niedriger. Für die Woche kämen sie damit auf einen Renditerückgang um 13 Basispunkte. Das wäre das höchste Minus seit der Woche zum 13. November. In der gleichen Größenordnung bewegt sich auch der Rückgang bei französischen und italienischen Bonds. Bei allen dreien war die Rendite in der Vorwoche nach der enttäuschenden EZB-Entscheidung um mehr als 20 Basispunkte hochgeschnellt.

Diese Banken stehen auf Bundesanleihen
Anleihen unterm Hammer
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Der Bund versteigert seine Anleihen stets über Auktionen, im Jahr 2016 waren es 72. Zunächst gehen die Bonds an Banken. Diese bieten oft im Auftrag von anderen institutionellen Investoren wie Fonds, Versicherern oder Pensionskassen. Die Banken verkaufen die Bonds dann an diese Investoren weiter.

Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland
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Die Auktionen gingen in diesem Jahr nicht immer gut. Bei 14 Auktionen war die Nachfrage der Banken geringer als das Angebot. Für den Bund ist das aber kein Problem. Denn die Finanzagentur – der oberste Schuldenmanager des Bundes – behält bei Auktionen ohnehin stets um die 20 Prozent einer Auktion zur Marktpflege ein und verkauft die Anleihen dann nach und nach.

Euro-Münze
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Zugelassen zur sogenannten „Bietergruppe Bundesanleihen“ sind Banken, die ihren Sitz oder zumindest eine Tochtergesellschaft in der EU haben. Zudem müssen sich die Institute dazu verpflichten, im Schnitt mindestens 0,05 Prozent an den neuen Bundeswertpapieren zu ersteigern. Wer das nicht erreicht, scheidet aus der Bietergruppe aus. Für 2017 sind insgesamt 36 Banken in der Bietergruppe. Hier die Top 10.

Platz 4: Citigroup Global Markets
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Die amerikanische Großbank Citi rückt immer weiter in der Liste der Banken auf, die Deutschland die meisten Anleihen abkaufen. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sie sich jetzt um ganze sechs Plätze auf Rang vier. Auch bei der Citi ist es die britische Tochter, die bei Bundesanleihen mitbietet.

Platz 9: Société Générale
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Die französische Universalbank hielt sich wie 2014 auf dem neunten Platz.

Platz 6: Goldman Sachs International
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Die britische Tochter der US-Bank rückte erneut um zwei Plätze vor – diesmal auf Rang sechs von Rang acht. Im Vorjahr war die US-Investmentbank von Rang zehn aufgestiegen.

Platz 8: Barclays Bank
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Die britische Großbank ersteigerte nur etwas weniger deutsche Bundesanleihen und Geldmarktpapiere als im Vorjahr. In der Bietergruppe rutschte sie so um einen Rang auf Platz acht nach unten.

„Wir haben eine recht beachtliche Erholung“ bei den europäischen Bonds gesehen, sagt Michael Leister, leitender Zinsstratege bei der Commerzbank AG in Frankfurt. Die Papiere „holen einen guten Teil ihres Ausverkaufs wieder auf. Was dabei stark hilft ist die erneute Schwäche beim Öl. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend bis zur Fed-Entscheidung fortsetzen wird“.

Der Terminkontrakt Bund-Future gewann drei Basispunkte auf 158,80 Prozent.

In der Euro-Peripherie rentierten zehnjährige italienische Bonds bei 1,53 Prozent einen Basispunkt niedriger, während die Rendite vergleichbarer spanischer Papiere ebenfalls um einen Basispunkt auf 1,61 Prozent sank.

Am Primärmarkt strich Italien die geplante Bond-Auktion.

  • Bloomberg
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