Anleihen
Bund plant Anleihe mit Inflationsschutz

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat die Anleihemärkte gestern mit der Ankündigung überrascht, dass der Bund erstmals seit der Weimarer Republik wieder eine inflationsindexierte Anleihe begeben will.

ret HB FRANKFURT. In den nächsten zwei Woche soll dieses Papier aufgelegt werden, sofern es die Marktverhältnisse zulassen, sagte der Finanzminister.

Bei den so genannten „Linkers“ übernimmt der Emittent, hier also der Bund, das Risiko steigender Preise, wodurch die Papiere vor allem für Anleger interessant sind, die eine sichere Realverzinsung wünschen. Dazu gehören beispielsweise Pensionkassen und Versicherungen. Am Markt hatten Investoren bereits seit längerem auf den ersten deutschen Linker gewartet. Dass er gerade jetzt aufgelegt wird, überraschte unter anderem deswegen, weil Gerüchten zufolge auch Italien eine entsprechende Emission plant.

Die Euro-Anleihezinsen sind gestern nicht weiter gestiegen. Der März-Bund-Future verlor 30 Basispunkte auf 120,06. Belastend wirkten die Emission italienischer Staatsanleihen über 8,5 Mrd. Euro, der 7,6-prozentige Anstieg der Geldmenge und die 9,7-prozentige Ausweitung der Kreditvergabe in Euroland. Der schwächere Ölpreis, der traditionell entlastet, wurde positiv aufgenommen. Die konträr zu den Kursen tendierende Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erhöhte sich auf 3,53 Prozent.

Jüngste Aussagen von William Poole, Präsident der Fed von St. Louis, bestimmten das Geschehen am US-Markt. Poole kündigte weitere Leitzinserhöhungen an. Bereits im Juli seien Dollar-Leitzinsen von 5,0 (aktuell 4,5) Prozent möglich, hieß es. Die Schwäche der Vortage setzte sich bei Dollarbonds fort, so dass die Rendite zehnjähriger „T-Notes“ bei 4,59 (nach 4,58) Prozent lag. Zweijährige Staatspapiere rentierten bei 4,73 deutlich höher.

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