Anleihen
Credit Suisse braucht nach Steuer-Einigung Geld

Credit Suisse braucht Geld. Nach der Milliarden-Zahlung im Steuer-Streit versucht die Bank, die finanziellen Auswirkungen einzudämmen. Die Erlöse sollen für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden.
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Die Credit Suisse Group hat Anleihen für fünf Milliarden Dollar (3,66 Milliarden Euro) begeben. Es ist die erste Emission einer Benchmark-Anleihe, seit sich die Bank schuldig bekannt hat, Amerikaner bei der Steuerhinterziehung unterstützt zu haben.

Von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen, dass die in Zürich ansässige Bank für 1,75 Milliarden Dollar dreijährige Anleihen mit einem Kupon von 1,375 Prozent begeben hat. Ihre Rendite lag 60 Basispunkte über der von US-Staatsanleihen mit ähnlicher Laufzeit. Der Spread lag zwei Basispunkte höher als der der dreijährigen 1,35-Prozent-Papiere der Deutschen Bank mit ähnlichem Rating, die diese am Freitag für 1,4 Milliarden Euro begeben hat.

Die ähnlichen Renditen zeigen, dass Credit Suisse vom Markt nicht abgestraft wird, obwohl Moody's Investors Service den Ausblick für die Bank von Stabil auf Negativ gesenkt hatte. Zuvor hatte sich Credit Suisse im US-Steuerfall schuldig bekannt und eine Geldbuße von 2,6 Milliarden Dollar akzeptiert. Moody's verwies auf mögliche Kundenverluste und Ertragsrückgänge als Folge des Falls.

Die 2015 fälligen 3,5-Prozent-Papiere der Credit Suisse im Volumen von zwei Milliarden Dollar haben 0,1 Cent auf 102,5 Cents je Dollar Nominalwert nachgegeben, seit die Einigung bekanntgegeben wurde, wie Daten von Trace, dem Bondpreis-Informationssysten der US-Behörde FINRA, zeigen.

„Die Geldbuße ist zwar handhabbar, aber die finanziellen Auswirkungen sollten nicht unterschätzt werden“, schrieb Simon Adamson, Analyst bei CreditSights in London, am 20. Mai. Die Buße werde die Kernkapitalquote der Credit Suisse von zehn Prozent auf 9,3 Prozent drücken, so Adamson. Das ist der niedrigste Wert unter 16 global aufgestellten Investmentbanken, die von Bloomberg Industries beobachtet werden.

Credit Suisse begab zudem fünfjährige 2,3-Prozent-Papiere im Volumen von zwei Milliarden Dollar, die 80 Basispunkte höher rentierten als Staatstitel, sowie Floater zu 49 Basispunkten über der Londoner Interbankensatz Libor, wie Bloomberg-Daten zeigen. Die Erlöse sollen für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Die Investorennachfrage sei sehr stark gewesen, sowohl in Bezug auf die Größe des Orderbuchs als auch auf die Zahl der beteiligten Investoren, sagte Tommy Mercein, Leiter Debt Capital Markets weltweit bei Credit Suisse, in einem Telefoninterview.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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