Anleihen
Deutschland bekommt Geld fast geschenkt

Deutsche Anleihen verlieren ihren Reiz nicht. Der Staat nahm zu Zinsen, die auf Rekordtief lagen, 1,7 Milliarden Euro am Markt auf und es wäre noch mehr gegangen. Indes erholen sich auch die italienischen Staatspapiere.
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BerlinInvestoren leihen Deutschland auch langfristig Geld zu rekordniedrigen Zinsen. Bei der Aufstockung einer Anleihe mit einer Laufzeit von 30 Jahren lag die Durchschnittsrendite bei nur noch 2,16 Prozent, wie die für das Schuldenmanagement des Bundes zuständige Finanzagentur am Mittwoch mitteilte. Das ist so wenig wie nie zuvor. Insgesamt nahm der Bund 1,7 Milliarden Euro am Markt auf. Die Nachfrage hätte ausgereicht, um 2,6 Milliarden Euro aufzunehmen, sie fiel aber etwas geringer aus als bei der jüngsten Aufstockung des Papiers im Januar.

Deutsche Anleihen sind in der Euro-Krise besonders begehrt. Die Bundesrepublik profitiert von ihrem Status als „sicherer Hafen“ und spart dadurch Milliardensummen an Zinsen ein. Doch auch die Euro-Krisenländer kommen mittlerweile wieder deutlich günstiger an frisches Geld als noch im vergangenen Jahr. So muss Italien für zweijährige Papiere so niedrige Zinsen zahlen wie seit 14 Jahren nicht mehr. Experten machten dafür unter anderem das womöglich nahende Ende der Regierungskrise in Rom verantwortlich. Spekulationen über eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) haben die Rendite-Erwartung der Investoren zusätzlich gesenkt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anleihen: Deutschland bekommt Geld fast geschenkt"

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  • "Deutschland bekommt Geld fast geschenkt"

    Eine riesige Gefahr steckt hinter diesem Satz.
    Deutschland ist bereits selbst überschuldet und dann zu glauben man bekommt Geld fast geschenkt verleitet nur zu noch leichterem Ausgeben von Geldern, die man eigentlich nicht besitzt. Das Schlimmste aber ist das Ausgeben dieser Gelder an Schuldner, die es dann im Endeffekt gar nicht zurückzahlen können-statt es im Lande selbst, wo es dringend überall benötigt würde sinnvoll einzusetzen. Schulden machen, um die Schulden anderer zu begleichen - was ist das für ein Wirtschaften?
    Da ist der Staatsbankrott doch bereits vorherbestimmt.
    Aber zur Verantwortung gezogen wird am Ende nur das Volk,
    durch Verlust der Alterssicherung, der Arbeitsplätze,der Sozialleistungen, des allgemeinen Wohlstandes usw. usw....
    Die eigentlich Verantwortlichen Poliker sonnen sich am Ende in ihrer dicken Pension und finden stets andere Schuldige.....

  • Da die Banken das Geld bei der EZB für 0,75% kriegen ist alles darüber deren Gewinn, zumal sie die Papiere als Sicherheit bei der EZB hinterlegen können.

    Wegen des Risikocontrollings würde ich Kundengelder eher in als sicherer geltende deutsche Bonds stecken.
    Gewinne würde ich über EZB-Kredite und die Zinsdifferenz zu z.B. italienischen Bonds zu erzielen versuchen.

    Man kann demnach also davon ausgehen das mit einer evtl. kommenden Senkung des Refinanzierungszinssatzes die Zinsen für Staatsanleihen entsprechend sinken.

    Da die Effekte also in erster Linie niedrigen Refinanzierungszinsen und dem derzeitigen Mangel an Anlagealternativen geschuldet sind sehe ich hier keinen Grund zu jubeln.

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