Anleihen
„Die Kreditqualität Deutschlands kann schlechter werden“

Die Inflation steigt, die Risiken für Staatsanleihen ebenfalls. Der Deka-Rentenexperte Frank Hagenstein erklärt, warum er spanische und italienische Anleihen hält und deutsche Staatsanleihen für Anleger interessant sind.
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FrankfurtHerr Hagenstein, deutsche Staatsanleihen werfen für Laufzeiten von zwei bis zehn Jahren nur noch Renditen zwischen knapp 0,1 und gut 1,6 Prozent ab. Warum soll man die kaufen?
Weil es sinnvoll ist, einen kleinen Anteil Bundesanleihen im Portfolio zu halten – quasi als Sicherheitsnetz.
Wie meinen Sie das? 
Bundesanleihen halten sich stabil oder steigen in den Kursen sogar noch weiter, wenn riskantere Anlageklassen wie Staatsanleihen aus den Euro-Südländern, Unternehmensanleihen oder Aktien fallen. Das sehen wir ja gerade auch aktuell. Deshalb sichern Sie über Bundesanleihen andere Risiken im Portfolio ab.    
Aber trotzdem: Bei einer Inflationsrate von 2,7 Prozent mache ich real mit den Bundesanleihen doch Verluste... 
Das stimmt, aber die negativen Realzinsen sind einfach eine Folge der Flucht in die Sicherheit, sprich in die Bundesanleihen. 

Das ist doch aberwitzig!
Das finde ich nicht. Wir haben zwar heute eine höhere Inflation, aber bei institutionellen Investoren gibt es einen hohen Bedarf an Papieren mit bester Bonität. Und diese Sicherheit hat eben ihren Preis.

Ist Deutschland denn wirklich so ein risikoloser Schuldner?
Weniger als noch vor einigen Jahren. Den risikolosen Zins gibt es nicht mehr. Auch die Bundesrepublik hat in der Euro-Krise so viele Garantien abgegeben, dass sie sich im Zweifelsfall in der Kreditqualität irgendwann verschlechtern wird.

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Kommentare zu " Anleihen: „Die Kreditqualität Deutschlands kann schlechter werden“"

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  • Rein statistisch betrachtet sind die Staatsschulden Geldvermögen, wenn sie von Inländern gehalten werden. Man sieht, dass man mit Statistik alles bewweisen kann. Man hat jedoch leider nur in das Versprechen investiert, das Geld später über Steuern anderer in Form von Zins und Tilgung zurück zu bekommen, etwa so wie in Griechenland. Tja, und dann ist das Geldvermögen halt leider Null. Scheiß Statistik aber auch.
    Aber erklären Sie `mal einem Statistiker beim Bundesamt für Statistik, dass das Geldvermögen schon allein deswegen weg ist, weil es der Staat längst durchgebracht hat ! Also bleiben wir lieber reich statt nur Schulden zu haben !! Zumindest statistisch gesehen.

  • Meiner Meinung nach sondert der Mann nur Müll ab.
    Er erinnert mich an die unsägliche Handelsblatt-Aktion
    "Wir kaufen griechische Staatsanleihen".
    Ende bekannt, von den Maulaufreißern wie Hans Eichel hat keiner eine einzige Anleihe gekauft, wer auf diesen Blödsinn hereingefallen ist, kann sich heute die Wunden lecken.
    MANCHE KAPIEREN OFFENBAR NIE ETWAS, AUCH WENN MAN IHNEN MIT EINEM HAMMER AUF DEN KOPF SCHLÄGT.
    Aber meinetwegen: Kauft deutsche Staatsanleihen, die sind wahnsnnig sicher und werfen eine noch wahnsinnigere Rendite ab.
    Jeden Tag steht ein Dummer auf, da kann man nichts machen.
    Ach übrigens:
    Für die, dies immer noch nicht kapiert haben:
    Staatsanleihen sind SCHULDEN !!!!!!

  • ..ich habe da auch einen Vorschlag, zu mindestens einen dahingehend, wie sich jeder EU-Bürger gegen die kommenden Enteignungen schützen kann:" Buchtipp - Freiheit durch Gold: Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige
    Prof. Dr. Hans J. Bocker und auch das Buch "Vom Gelde, Valuta, Währungsnot 1921-1923 von Argentarius!"

    Zudem bieten andere reale Werte wie Silber, Aktien, Kunst, alte Kfz mit Wertsteigerungssinn ebenfalls eine gewisse Absicherung, d.h. regelmäßig zu kaufen und Risiken streuen.

    Bloß keine Papier-Altersvorsorgeprodukte abschließen und unnötige Schulden möglichst vermeiden. Dazu eine gute BU- und Risiko-LV!

    Ich befürchte das wird nix mehr mit dem Euro. Die EU hat einfach zu lange gewartet und dann auch noch "Falschgeld" in Umlauf gebracht.

    Stop the ESM and INDECT!

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