Anleihen Fitch bescheinigt Portugal stabile Aussichten

Hohe Verschuldung, enttäuschendes Wachstum, schwächelnde Exporte: Viele Anleger werfen portugiesische Anleihen aus ihren Depots. Sorgen um eine Abstufung Portugals scheinen jedoch unbegründet.
Das Rating von Portugal liegt eine Stufe unter dem Investment-Bereich. Eine baldige Absenkung des Ratings hält die Agentur Fitch vorerst nicht für nötig. Quelle: dpa
Portugiesischer Euro

Das Rating von Portugal liegt eine Stufe unter dem Investment-Bereich. Eine baldige Absenkung des Ratings hält die Agentur Fitch vorerst nicht für nötig.

(Foto: dpa)

LondonDie Ratingagentur Fitch hat Portugals Kreditwürdigkeit bestätigt. Die Bewertung für die langfristigen Verbindlichkeiten bleibe bei „BB+“ mit einem stabilen Ausblick, teilten die Bonitätswächter am Freitag mit. Die Note liegt damit weiterhin eine Stufe unter dem Investmentbereich. Die Einstufung spiegele die hohe Verschuldung des Euro-Landes und das weiterhin enttäuschende Wirtschaftswachstum wider, so Fitch. Außerdem schwächelten die Exporte und die Investitionen verringerten sich. Positiv seien die starken wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Anleger warfen am Freitag erneut portugiesische Anleihen aus ihren Depots. Auslöser für den Gegenwind, den das Land bereits seit Tagen am Kapitalmarkt zu spüren bekommt, ist die Sorge der Investoren vor einer Herabstufung Portugals. Ein Manager der Ratingagentur DBRS hatte am Dienstag im Gespräch mit Reuters verstärkte Sorge über das geringe Wachstum der portugiesischen Wirtschaft und die daraus resultierenden Folgen für die Kreditwürdigkeit des Landes geäußert. Die kanadische DBRS bewertet als einzige Ratingagentur Portugals Bonität im Investmentbereich, was eine Mindestanforderung der EZB beim Anleihekaufprogramm ist. Der Ausblick ist „stabil“ und soll am 21. Oktober überprüft werden.

Fette Gewinne mit Festverzinslichen
Platz 12: RWE
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Im Jahr 2003 – weit vor der Energiewende – galten die Anleihen von Versorgern wie RWE mit ihren sehr guten Bonitätsnoten noch als Witwen- und Waisenpapiere. Gleichzeitig klagten Anleger schon damals über niedrige Renditen von Firmenbonds – es war schwer, Papiere mit Verzinsungen von über fünf Prozent zu finden. Da kam vielen Anlegern der 30-jährige Bond von RWE vom Januar 2003 gerade recht (ISIN XS0162513211). Mit einem Zinskupon von 5,75 Prozent und einem Ausgabekurs von 98,67 Prozent bot der Bond damals eine Rendite von knapp sechs Prozent.

Und obwohl das Rating des Konzerns damals noch wesentlich besser war als heute, ging es mit dem Kurs seither steil nach oben. Inzwischen liegt er bei über 150 Prozent. Wer das Papier jetzt noch kauft und bis zur Fälligkeit hält, bekommt eine Rendite von noch rund zwei Prozent. Gelitten hat unter dem Verfall der Bonität und den schlechteren Geschäftsaussichten des Versorgers nur die Aktie: Die Aktie von RWE hat seit Anfang 2003 fast 40 Wertes eingebüßt.

Stand: 15.08.2016, Quellen: Bloomberg, Börse Stuttgart

Platz 11: EFSF
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Der europäische Rettungsschirm EFSF (Europäische Finanzstabilisierungsfazilität) wurde im Sommer 2010 von den Euro-Ländern ins Leben gerufen, um zusammen mit dem IWF Hilfskredite an schwache Euro-Länder zu geben und an den Märkten zu refinanzieren. Seit Juli 2013 hat der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM), der dauerhaft die Stabilität des Euros sichern soll, die bisherigen Aufgaben der EFSF übernommen. Der EFSF refinanziert aber die bisherigen Rettungspakete für Portugal, Irland und Griechenland weiter. Am höchsten, und zwar auf über 157 Prozent, ist der Kurs der im Sommer 2012 begebenen Anleihe des EFSF (ISIN EU000A1G0AT6) gestiegen, die im April 2037 fällig wird. Verzinst wird die Anleihe mit jährlich 3,375 Prozent. Die Rendite für Käufer liegt heute bei nur knapp einem halben Prozent.

Stand: 15.08.2016, Quellen: Bloomberg, Börse Stuttgart

Platz 10: EDF
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2003 waren auch die Versorger-Anleihen noch beliebt und galten als sicheres Investment. Wie RWE (siehe Platz 12) begab auch die französische EDF damals eine 30-jährige Anleihe, die im Kurs noch deutlicher gestiegen ist als das RWE-Papier. Die Anleihe (XS0162990229) vom Februar 2007 verzinst sich mit monatlich 5,625 Prozent. Ausgegeben wurde sie zum Kurs von 98,9 Prozent – inzwischen liegt der Kurs bei gut 164 Prozent. Die Rendite ist somit auf 1,3 Prozent gesunken. An die Börse ging EDF erst im November 2005. Anders als die Anleihebesitzer machten die Aktionäre ein schlechtes Geschäft. Die EDF-Aktie ist seit dem Börsengang um 63 Prozent eingebrochen.

Stand: 15.08.2016, Quellen: Bloomberg, Börse Stuttgart

Platz 9: Telefónica
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Im Jahr 2003 refinanzierten Europas Telekomkonzerne die Schulden, die sie bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen angehäuft hatten, am Anleihemarkt. Telekom-Anleihen waren damals äußerst beliebt – gerade auch Langläufer. Die spanische Telefónica begab im Februar 2003 eine mit 5,875 Prozent verzinste 30-jährige Anleihe (ISIN XS0162869076) zu einem Kurs von 98,76 Prozent. Inzwischen müssen Käufer dafür einen Kurs von über 164 Prozent zahlen und bekommen so nur noch eine jährliche Rendite von 1,4 Prozent, wenn sie die Anleihe bis zur Fälligkeit halten. Die Telefónica-Anleihe hat dabei mit ihrem Kursgewinn von knapp 68 Prozent die Aktie von Telefónica mit einem Anstieg von nur gut neun Prozent seit Februar 2003 klar geschlagen.

Stand: 15.08.2016, Quellen: Bloomberg, Börse Stuttgart

Platz 8: Europäische Investitionsbank
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Die Förderbank der Europäischen Union wird von allen EU-Mitgliedern getragen und hat das Spitzenrating Dreifach-A von allen drei großen Ratingagenturen. Die Anleihen der Europäischen Investitionsbank (EIB) gelten deshalb als sichere Anlage für Investoren. Doch langlaufende Bonds haben sich als überraschende Kursraketen erwiesen. Die im Mai 2005 platzierte Anleihe der EIB, die im Jahr 2037 fällig wird (ISIN XS0219724878) und zum Kurs von 99,21 Prozent begeben wurde, kostet jetzt knapp 170 Prozent des Rückzahlungswerts von 100 Prozent. Der Kupon liegt bei vier Prozent. Die aktuelle Rendite ist daher auf nur noch gut ein halbes Prozent gesunken.

Stand: 15.08.2016, Quellen: Bloomberg, Börse Stuttgart

Platz 7: Veolia Environnement
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Schon wieder ein Versorger. Die französische Veolia Environnement begab wie RWE (Platz 12) und EDF (Platz 10) im Jahr 2003 eine 30-jährige Anleihe. Sie verzinst sich mit jährlich 6,125 Prozent und damit höher als die 30-jährigen Anleihen von RWE und EDF. Ausgegeben wurde der Bond (ISIN FR0010033381) im November 2003 zum Kurs von 99,66 Prozent – heute kostet er rund 179 Prozent. Damit hat die langlaufende Anleihe die Aktie des Versorgers mehr als outperformt. Die Aktie gewann seit der Platzierung der Anleihe lediglich gut vier Prozent. Wer die Anleihe heute erwirbt, bekommt auf Endfälligkeit gerechnet eine jährliche Rendite von 1,1 Prozent.

Stand: 15.08.2016, Quellen: Bloomberg, Börse Stuttgart

Platz 6: EnBW
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Mit der im Sommer 2009 platzierten 30-jährigen Anleihe von Energie Baden-Württemberg (EnBW) befindet sich ein weiterer Versorgerbonds unter den Anleihen mit den größten Kursgewinnen. 2009 – kurz nach der Finanzkrise – mussten Unternehmen hohe Kupons bieten, um Anleger zu finden. Die EnBW-Anleihe (ISIN XS0438844093) verzinst sich jährlich mit einem Kupon von 6,125 Prozent. Begeben wurde sie zum Kurs von 98,51 Prozent. Trotz des hohen Kupons ist der Kurs auf rund 179 Prozent in die Höhe geschossen. Die Rendite für Einsteiger ist auf 1,9 Prozent gefallen.

Stand: 15.08.2016, Quellen: Bloomberg, Börse Stuttgart

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