Anleihen: Griechenland erhält Geld von Investoren

Anleihen
Griechenland erhält Geld von Investoren

Erleichterung in Athen: Das hoch verschuldete Griechenland erhält weiter Kredit. Trotzdem sind Investoren misstrauisch. Die Renditen für länger laufende Anleihen sinken zwar, befinden sich aber immer noch auf hohem Niveau. Griechenlands Premier versichert: "Es wird keinen Zahlungsausfall geben".
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ATHEN, FRANKFURT. Das hochverschuldete Griechenland hat erneut den Markt für kurzlaufende Geldmarktpapiere getestet. Die Hellenen begaben in 13 Wochen fällige Zinspapiere und mussten dafür erstmals weniger als vier Prozent Rendite zahlen, seit die anderen Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds dem Land Hilfskredite über 110 Mrd. Euro gewährt haben.

Misstrauisch sind Investoren aber nach wie vor bei länger laufenden griechischen Anleihen, wobei die Renditen auch dort gestern erneut sanken. Für zehnjährige griechische Anleihen liegen die Renditen aber weiter über elf Prozent.

Griechenlands Premier Giorgos Papandreou hatte am Montag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg betont, dass er keine Gefahr eines Zahlungsausfalls seines Landes sehe. Ähnlich hatte sich zuletzt vor Investoren auch Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantantinou geäußert. Zum Zahlungsaufall werde es "nicht kommen", sagte Papandreou späten Montag in New York in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Ein Zahlungsausfall wäre eine Tragödie", meint der Premier. "Das wäre falsch für die griechische Wirtschaft, falsch für die Wirtschaft Europas und würde am Ende alles nur noch verschlimmern." Es gebe auch keine Überlegungen für eine Restrukturierung der griechischen Staatsschulden. Die griechische Regierung liege bei der Haushaltskonsolidierung und den Strukturreformen im Plan.

Nach Angaben des Finanzministeriums in Athen hat Griechenland in den ersten acht Monaten sein Haushaltsdefizit um 32,3 Prozent reduziert und damit die Vorgaben des Sparprogramms, das bis Ende August einen Defizitabbau um 26,5 Prozent vorsah, übertroffen. "Wenn alles gut geht, werden wir Ende 2011 wieder ein Wirtschaftswachstum sehen", sagte Papandreou in New York. In diesem Jahr wird die griechische Wirtschaft voraussichtlich um vier Prozent schrumpfen

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa

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