Anleihen
Hohe Rendite mit Inflationsschutz

Auch mit Anleihen lässt sich das Geld vor Inflation schützen. Inflationsindexierte Anleihen gibt es zwar nicht mehr zum Schnäppchenpreis - trotzdem sollten sicherheitsbewusste Kunden einen Kauf erwägen.
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FrankfurtVorsichtige Anleger schützen ihr Geld vor der Inflation - auch beim Kauf von Anleihen. Der steigende Ölpreis und die warnenden Worte von Notenbankern vor einer steigenden Teuerungsrate bescheren Anleihen regen Zulauf, deren Zinsen und Rückzahlungsraten mit anziehender Inflation steigen. "Wir sehen in diesem Jahr ein gesteigertes Interesse von Fondsgesellschaften, Versicherern, Pensionskassen und Privatanlegern", sagt Alan James, der bei Barclays Capital das weltweite Research für inflationsgeschützte Anleihen leitet.

Schuldner sind meist Staaten

Insgesamt belasten zwar die Ängste vor steigenden Leitzinserhöhungen alle Staatsanleihen, dabei haben sich aber die inflationsindexierten Anleihen wesentlich besser gehalten als herkömmliche Bonds.

Seit Jahresanfang haben entsprechend auf Euro lautende inflationsindexierte Anleihen den Anlegern nach Daten von Barclays Capital einen Ertrag aus Kurssteigerungen und Zinserträgen von immerhin 0,9 Prozent gebracht. Mit einem Korb von herkömmlichen deutschen, französischen und italienischen Staatsanleihen machten Investoren dagegen im Schnitt einen Verlust von etwas mehr als einem halben Prozent.

Die auch Linker genannten inflationsindexierten Anleihen gibt es seit 35 Jahren, Vorreiter war Großbritannien. Im Euro-Raum gibt es die Papiere seit dem Jahr 1999 aus Frankreich, seit 2003 aus Italien und Griechenland und seit 2006 aus Deutschland.

Der Euro-Markt für diese Papiere hat nach Daten von Barclays Capital ein Volumen von knapp 320 Milliarden Euro. Das ist viel, aber trotzdem machen die Linker weniger als zehn Prozent an allen europäischen Staatsanleihen aus. Der weltweite Linkermarkt, an dem die USA den größten Anteil haben, ist 2,1 Billionen Dollar schwer.

Dass es die inflationsindexierten Anleihen vor allem von Staaten gibt, hat einen einfachen Grund: "In Inflationsphasen steigen auch die Steuereinnahmen der Staaten, daher können sie sich die Ausgabe von inflationsindexierten Anleihen viel eher leisten als Unternehmen", erklärt James.

Reale Rendite zählt

Das Prinzip der auch Linker genannten inflationsindexierten Anleihen ist einfach: Die Anleihen haben einen meist festen Zinsschein, der niedriger als der von vergleichbaren, herkömmlichen Anleihen ist. Dafür werden die Zinszahlungen und die Rückzahlungswerte regelmäßig an die Inflationsrate angepasst. Anleger, die einen Linker bis zur Fälligkeit halten, sichern sich somit nicht nur eine nominale, sondern eine reale Rendite - also eine von der Inflation unabhängige Effektivverzinsung.

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  • Tolle Rechnung - ich muss aber noch Abgeltungssteuer ( +Soli und Ki) zahlen - sonst niemand??

  • ...Sowohl Euro- als auch Dollaranleihen werden den Anlegern wenig Freude bereiten. Bei beiden Währungen ist kein sinnvoller Inflatiosschutz möglich. Im Gegenteil wird es für den Euro eine Hyperinflation mit Staatsanleihencrashs geben. Der Dollar leidet jetzt schon unter dem größten Vertrauensverlust aller Zeiten.

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