Anleihen

Italiens Patrioten schlagen wieder zu

Zum fünften Mal hat Italien eine inflationsgeschützte Anleihe begeben und die Rekordsumme von 22 Milliarden Euro eingesammelt. Die Investoren rissen dem Staat die Anleihe förmlich aus den Händen.
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Eine Euro-Münze vor der italienischen Flagge: Das Land setzt auf den Patriotismus seiner Bürger. Quelle: dpa

Eine Euro-Münze vor der italienischen Flagge: Das Land setzt auf den Patriotismus seiner Bürger.

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MailandPatrioten-Bonds hießen die ersten Anleihen dieser Art in offiziell: Die Staatsanleihe „BTP Italia“ - beworben mit den Italien-Farben richtet sich an Kleinanleger, schützt sie vor der Inflation, ist schon in Stückelungen von 1000 Euro zu haben und zahlt alle sechs Monate Dividende. Wer das Papier bis zum Ende der vierjährigen Laufzeit hält, bekommt zudem noch eine Sonderprämie hinzu. Die jüngste Platzierung war ein voller Erfolg: Italien hat mit einer einzigen Staatsanleihe die Rekordsumme von 22,3 Milliarden Euro eingenommen. Das hat bislang noch keine europäisches Land geschafft:

Ursprünglich waren diese Patriotenbond eine Idee des italienischen Staats, um sich bei den Bürgern zu finanzieren, als die Großinvestoren im Zuge der Finanzkrise Italien kein Geld mehr leihen wollten. Den ersten BTP Italia hat Italien im März 2012 begeben, wenige Monate nachdem die Regierung von Silvio Berlusconi nicht zuletzt auf Druck der Märkte zurückgetreten war.

Schon damals sammelte der Staat mehr als sieben Milliarden Euro ein und übertraf damit alle Erwartungen. Aber seitdem haben die Neuauflagen diese Summe bei weitem übertroffen. Bis auf einen schwachen Termin im Sommer 2012 haben die letzten zwei BTP Italia im Oktober 2012 und im April dieses Jahres jeweils 18 Milliarden Euro, beziehungsweise 17 Milliarden Euro gebracht. Und das trotz sinkender Zinsen.

Offensichtlich haben nicht nur italienische Kleinsparer zugegriffen, sondern auch institutionelle Großanleger aus dem In- und Ausland. In dem Niedrigzinsumfeld ist die reale Rendite von 2,15 Prozent plus Inflation immer noch eine gute Rendite, und auch Italien gilt längst nicht mehr als so gefährlich wie noch vor ein bis zwei Jahren.

  • kk
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6 Kommentare zu "Anleihen: Italiens Patrioten schlagen wieder zu"

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  • Solange Deutschland als letzter Bürge dahinter steht, dürfte es für die Italiener nicht so schwer sein, sich noch mehr zu verschulden.

  • das dies Patrioten sind, halte ich fuer ein Geruecht.

    Nur die EZB wird Italien niemals fallen lassen, also ist das Risiko kurzfristig ueberschaubar...

  • Da kann man sein Geld gleich in den Gulli werfen!

  • Jup, sehe ich auch so.

    Wer die Anleihe kauft geht kein Risiko ein. Gehts doch schief, zahlen wir aus Steuermitteln die Anleihen zurück.

    Das Pulverfass wird immer größer.

  • Warum nicht? Wir dummen Deutschen und die EZB stehen ja am Ende dafür gerade.

  • wenn sie sich drum reißen mußt Du sie beschmeißen - eine der ältesten Börsensprüche in Frankfurt.

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