Anleihen
Japan steigt zum größten Gläubiger der USA auf

Wer leiht den USA am meisten Geld? In der Liste der Top-Gläubiger stand China lange Zeit oben. Nun ist Japan vorbeigezogen. Mehr als die Chinesen, profitieren die Japaner von der höheren Rendite amerikanischer Papiere.
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Japan hat China als größten Gläubiger der USA abgelöst. Das Land hielt im Februar amerikanische Staatsanleihen im Wert von gut 1,224 Billionen Dollar (1,1 Billionen Euro), wie aus den am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Daten des Finanzministeriums in Washington hervorgeht. Damit wurde erstmals seit August 2008 die Volksrepublik China überflügelt, die US-Papiere im Wert von 1,223 Billionen Dollar in ihrem Bestand hat.

Der Abstand zwischen China und Japan war zuletzt auf nur noch eine Milliarde Dollar geschrumpft. Bis Januar hatte sich das Volumen der US-Staatsanleihen in japanischen Händen um 7,7 Milliarden Dollar erhöht, während die chinesischen Käufe seit fünf Monaten rückläufig waren.

Die beiden Länder halten jeweils rund zehn Prozent der handelbaren US- Staatspapiere im Gesamtwert von 12,6 Billionen Dollar. Im Januar kam China auf 1,2391 Billionen Dollar, während Japan 1,2386 Billionen Dollar erreichte.

US-Anleihen sind für japanische Investoren wegen des Renditeabstands attraktiv. Während für zehnjährige US-Papiere die Rendite bei knapp 1,9 Prozent liegt, kommen die entsprechenden japanischen Bonds gerade mal auf 0,325 Prozent. Anders sieht es im Fall Chinas aus. Hier liegt die Rendite bei 3,7 Prozent.

Für Unsicherheit sorgt freilich das weitere Vorgehen der US-Notenbank. Will Tseng, Fondsmanager bei Mirae Asset Global Investments in Taipei, fürchtet, dass die US-Währungshüter nach fünf Jahren mit Anleihekäufen bald als Verkäufer auftreten könnten. Die Nachfrage nach US-Papieren aus dem Ausland wäre seiner Ansicht nach nicht in der Lage, das so entstehende Angebot auszugleichen. Die Folge wäre Druck auf den Anleihemarkt.

„Sollte sich die Fed im kommenden Jahr für den Verkauf von Anleihen entscheiden, werden die Renditen steigen, selbst wenn China oder Japan auf der Käuferseite bleiben“, so Tseng.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Genau das war zu befürchten mit diesem fragwürdigen Abenomics. Der Yen-Anleger sucht seinen Weg in andere Währungen. Die Kapitalmaßnahmen der Abenomics gehen also ineffizient in Schall und Rauch auf, so wie es viele gesagt haben.

    Wenn es in Japan wegen einer Krise zu Kapitalbedarf kommt, dann werden die Japaner ihre US-Anleihen im Markt verkauft müssen. Und wenn sich das Wachstum in China weiter verlangsamt, dann werden die Chinesen das ebenso tun müssen. Dann werden nur noch die Verluste gegeneinander abgewogen und da geht der eigene Wirtschaftsraum der Japaner und der Chinesen vor.

    Der Dollar wird dann dauerhaft fallen. Und wir bekommen deshalb in Europa im Export heftige Probleme.

    Ich bin froh, dass wir den EURO und einen gemeinsamen EURO-Raum als Markt haben. Griechenland würde gut daran tun, wenn Tsipras schnellstens mal aus dem Eskalationsmodus kommt. Wir haben in Europa wirklich größere Probleme gemeinsam zu bestehen,

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