Anleihen
Lehman-Pleite gefährdet Katastrophenbonds

Erdbeben und Hurrikans haben den Katastrophenanleihen über ein Jahrzehnt lang kaum etwas anhaben können. Aber der Tsunami im Finanzsektor hat dem Sektor in diesem Jahr übel mitgespielt.

Bloomberg NEW YORK. Die Nachfrage nach den Anleihen, mit denen Versicherer und Rückversicherer ihre Risiken hoher Schadenszahlungen reduzieren, ist weggebrochen.

Katastrophenanleihen oder "Cat Bonds" versprechen den Investoren Renditen von bis zu zehn Prozentpunkten über den Benchmark-Sätzen - vorausgesetzt, die Versicherungen müssen keine zu hohen Schäden aus Katastrophen bezahlen. Bisher gab es nur in einem Jahr einen Ausfall bei den Cat Bonds: 2005, als der Hurrikan "Katrina" New Orleans verwüstete.

Noch Ende August lieferten die Katastrophenanleihen einen Ertrag von 8,3 Prozent pro Jahr, während Unternehmensanleihen vergleichbarer Bonität den Investoren Verluste von bis zu 14,9 Cent je Dollar Nominalwert beschert hatten. Das änderte sich jedoch mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers am 15. September. Lehman hatte Kontrakte zur Absicherung der Rendite bei vier Cat Bonds ausgegeben, die mit der Insolvenz der Investmentbank hinfällig wurden. Einige Wochen später teilte die Ratingagentur Standard & Poor?s mit, die beiden Katastrophenanleihen hielten Vermögenswerte, die "einen deutlichen Wertverfall" aufwiesen. Vergangenen Monat teilte S&P mit, die Ratingagentur erwarte bei den Bonds "in naher Zukunft" einen Zahlungsausfall.

Die Nachfrage nach solchen Anleihen ist seit September weggebrochen. In der Kreditkrise interessieren sich Investoren nur noch für besonders sichere Papiere. Als Folge dürfte das Emissionsvolumen bei Cat Bonds in diesem Jahr bei nur noch 2,7 Mrd. Dollar liegen, verglichen mit einem Rekordwert von sieben Mrd. Dollar im Jahr 2007, schätzt die Ratinggesellschaft A.M. Best in Oldwick, New Jersey.

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