Anleihen
Nachfrage nach Ramschanleihen steigt wieder

Die Anleger werden wieder mutiger. Die Hochzinsanleihen locken Investoren mit attraktiven Renditen. Das veranlasst die Anleger dazu, wieder höhere Risiken einzugehen.
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FrankfurtNicht nur an den Aktienmärkten haben sich die Anleger nach den Kursturbulenzen rund um die Schuldenkrise ein Herz gefasst. Auch der Markt für bonitätsschwächere Unternehmensanleihen, den sogenannten High Yield Bonds, hat sich seit Jahresanfang erholt. Mit 5,2 Milliarden Euro hat sich das Emissionsvolumen nach Daten von Thomson Reuters bis Anfang März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt.

„Vielen Investoren reicht die hohe Sicherheit, wie sie etwa deutsche Bundesanleihen bieten, nicht mehr“, sagt NordLB-Rentenmarktanalyst Matthias Kreie. „Es wird wieder verstärkt auch auf die Rendite geschaut, und die ist bei High Yields nun einmal deutlich verlockender.“

Im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres war der Markt für Ramschanleihen, deren höhere Ausfallquote der schlechteren Bonität der Emittenten geschuldet ist, eingebrochen. Zu groß war die Angst der Anleger vor einer Eskalation der Euro-Krise.

Laut Reuters-Daten wurden bis Juni vergangenen Jahres mehr als 21 Milliarden an Euro-High-Yields emittiert. Das Gesamtvolumen betrug danach nur noch gut 4,2 Milliarden Euro. „Die Skepsis war stellenweise extrem“, sagt LBBW-Kreditstratege Michael Köhler. Ende des Jahres 2011 sei bei den Hochzinsanleihen eine Ausfallrate von 50 Prozent in den nächsten fünf Jahren unterstellt worden, wobei die tatsächliche Ausfallquote durchschnittlich jedoch nie über 30 Prozent in einem Fünf-Jahres-Zeitraum gelegen habe. Der Grund dafür, dass sich die Investoren in diesem Jahr wieder aus der Deckung wagen und zu risikoreicheren Papieren greifen, sehen Experten vor allem in der Flut des billigen Geldes, das durch die Europäische Zentralbank (EZB) in den Markt gepumpt wird. Das habe den Investoren stückweise die Angst vor Ausfällen im Bankensektor und der Ausweitung der Krise genommen, sagt Köhler.

Schon vor Weihnachten hatte die EZB mit einer ersten gigantischen Geldspritze dem Ausufern der Schuldenkrise entgegengewirkt. In der vergangenen Woche folgte die zweite Runde. Insgesamt stellte sie den Banken somit mehr als eine Billion Euro an Billig-Krediten mit einer Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung.

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