Anleihen
Nachfrage nach US-Immobilienbonds steigt

Deutlich steigende Kurse lassen in den USA auf ein Auftauen des für die Gesamtwirtschaft so wichtigen Marktes für US-Immobilienanleihen hoffen. Dagegen sind Anleihen mit geringeren Bonitätsratings nach wie vor Ladenhüter.

NEW YORK. "Seit dem zweiten Quartal ist die Nachfrage nach Papieren mit hoher Bonität massiv gestiegen. Das ist mittlerweile ein Markt, in dem die Verkäufer die Preise bestimmten", sagte Elton Wells, Leiter des Handels mit strukturierten Produkten, bei der Spezialbörse Secondmarket. Es gehe dabei um Immobilienanleihen (Residential Mortgage-Backed Securities, RMBS), die mit Hypotheken besichert seien und Topnoten (AAA) hätten. Sie seien deutlich im Preis gestiegen, unter anderem weil einige Marktteilnehmer auf eine Erholung der Konjunktur wetten würden.

Diese veränderte Haltung gegenüber noch vor kurzem als "toxisch" eingestuften RMBS-Papieren könnte nach Einschätzung von Experten demnächst wieder zu ersten Neuemissionen führen. "Wir sehen mehr Nachfrage im Markt nach neuen Emissionen", sagte Quincy Tang, Analystin bei der Ratingagentur DBRS. Ein Grund sei tatsächlich die veränderte Haltung der Anleger und eine entsprechend höhere Nachfrage.

Für die US-Wirtschaft wären neue Emissionen von RMBS wichtig, um den am Boden liegenden Immobilienmarkt - den Auslöser der aktuellen Krise - wieder Leben einzuhauchen. Denn Banken vergeben unter anderem derzeit deshalb nur wenige Hypotheken, weil sie diese auf den eigenen Büchern halten müssen. Ein Verkauf der Hypotheken als RMBS an Investoren war bislang wegen mangelnder Nachfrage nicht möglich. Wurden 2007 in den USA noch 743 Mrd. Dollar an RMBS neu ausgegeben, waren es 2008 nur noch knapp 49 Mrd. Dollar. Dieses Jahr kamen praktisch gar keine neuen RMBS mehr auf den Markt.

Offenbar haben Anleger nun aber zumindest wieder Interesse an Papieren gefunden, die in früheren Jahren ausgegeben wurden. RMBS mit einem Toprating würden seit dem zweiten Quartal mit bis zu 95 Prozent des Nennwertes gehandelt. Zuvor hätten die Preise bis zu 15 Basispunkte niedriger gelegen, sagte Wells, auf den Höhepunkt der Krise sogar noch deutlich darunter. Ein Teil des Marktes glaube einfach an eine Erholung der Wirtschaft und damit wieder sinkenden Ausfallraten bei Hypotheken, sagt er. Zudem hätten Hedge-Fonds und Eigenhandelsabteilungen der großen Banken wieder genügend Kapital gesammelt, mit dem auch höhere Risiken eingegangen werden sollen.

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