Anleihen
Rally bei Junk-Bonds irritiert Investoren

Erst Rausch, dann Kater: Bei Junk-Bonds kommt jetzt das böse Erwachen, glauben Experten. Sie raten dazu, Anleihen von Unternehmen mit schwacher Bonität zu verkaufen. Warum die Analysten kurzfristig mit Kursverlusten rechnen.

FRANKFURT. Die Rally von Junk-Bonds in diesem Jahr wird vielen Fachleuten suspekt. Langfristig sind sie zwar meist positiv für die Junk-Bonds genannten Anleihen von Unternehmen schwacher Schuldner gestimmt. In den nächsten Monaten fürchten sie aber Rückschläge.

Mark Kiesel, verantwortlich für Unternehmensanleihen bei Pimco, rät Investoren ausdrücklich dazu, Junk-Bonds zu verkaufen. Angesichts der bisherigen Rally und der steigenden Ausfallraten seien die Papiere nicht mehr attraktiv, sagte Kiesel der Nachrichtenagentur Bloomberg. Aussagen von Pimco-Managern haben an den Bondmärkten besonderes Gewicht, weil die Allianz-Tochter so viele Anleihen hält wie kein anderes Fondshaus.

Aber auch die Experten großer Banken sind skeptisch. So halten die Kreditstrategen von JP Morgan Junk-Bonds auf dem aktuellen Niveau für überbewertet. Investoren hätten die Risiken der hochverzinslichen Anleihen zu sehr ausgeblendet. "Zu schnell zu weit gelaufen", meinen auch die Strategen von Barclays Capital.

Seit Januar sind die Kurse von Junk-Bonds so stark gestiegen, dass sie den Investoren rekordhohe Erträge einbrachten. Bei den Erträgen werden die Kursgewinne und die Zinseinnahmen zusammengerechnet. Auf Euro lautende Junk-Bonds brachten Investoren nach Indizes von Merrill Lynch Erträge von mehr als 50 Prozent. Mit US-Papieren ließen sich knapp 40 Prozent erwirtschaften. Im Krisen-Jahr 2008 machten Investoren mit den Anleihen von Unternehmen mit wackliger Kreditwürdigkeit trotz deren hoher Kupons Verluste um die 30 Prozent.

So schlimm wird es nach einhelliger Meinung von Experten trotz der erwarteten Rückschläge nicht kommen. Aber wegen der drohenden Konsolidierung ist jetzt kein guter Einstiegszeitpunkt für Anleger. Selbst für Junk-Bonds positiv eingestellte Fondsmanager wie David Harris von Schroders und Ian Spreadbury von Fidelity rechnen auf kurze Sicht mit einer Konsolidierung des Marktes, also mit fallenden Kursen und steigenden Renditen.

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