Anleihen
Renditen von Schuldenländern sinken

Rentenanleger begrüßen die Erhöhung der Schlagkraft des Euro-Rettungsschirmes. Die Renditen spanischer und italienischer Staatsanleihen sinken. Deutsche Bundesanleihen sind weniger gefragt.
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Frankfurt am MainIn der Hoffnung, dass die geplanten Reformen mit einer besseren finanziellen Polsterung auch umgesetzt werden können, kauften die Anleger spanische, portugiesische und italienische Anleihen. Die als „sichere Häfen“ geltenden Bundesanleihen wurden dagegen abgestoßen. „Es scheint sich ja insofern ein Kompromiss abzuzeichnen, als dass Deutschland doch willens ist, die Brandmauer zu erhöhen“, sagte ein Händler. „Das sorgt unter Anlegern natürlich für Erleichterung.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erstmals offen dafür ausgesprochen, die Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM so zu kombinieren, dass die deutsche Haftung für Hilfen an notleidende Euro-Staaten über die bisher geplanten 211 Milliarden Euro hinaus steigen könnte. Den Plänen nach sollen die EFSF-Mittel bis Mitte 2013 weiter genutzt werden können und die Gelder der beiden Fonds dann so kombiniert werden, dass immer 500 Milliarden Euro an Ausleihsumme zur Verfügung stehen.

In diesem Umfeld gab der richtungsweisende Bund-Future bis zu 61 Ticks auf 136,78 Zähler nach. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen stieg entsprechend bis auf 1,94 (spätes Vorwochengeschäft: 1,87) Prozent. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die deutschen Papiere war Händlern zufolge ein unerwartet robuster Ifo-Index. Das wichtige Konjunkturbarometer hat zur Überraschung von Analysten zum fünften Mal in Folge zugelegt.

Nach dem zuletzt enttäuschend ausgefallenen Einkaufsmanagerindex stieg nun wieder die Hoffnung, dass die konjunkturelle Erholung in Deutschland nicht in Gefahr ist. Spanische und italienische Zehnjährige rentierten mit 5,3 beziehungsweise 5,0 Prozent und damit niedriger als im späten Vorwochengeschäft. Die Rendite der vergleichbaren Papiere aus Lissabon fiel auf 12,5 (12,7) Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der vergangenen Woche erneut keine Staatsanleihen von kriselnden Euro-Staaten gekauft. Sie verzichtete die zweite Woche in Folge darauf, teilte die EZB mit. Das Volumen des seit Mai 2010 laufenden Programms bleibt damit bei 218 Milliarden Euro.

Am Devisenmarkt rückte unterdessen die US-Geldpolitik in den Fokus. Fed-Chef Ben Bernanke löste mit zurückhaltenden Aussagen zur konjunkturellen Wachstumskraft neue Spekulationen über ein weiteres Hilfsprogramm der Notenbank aus. Um die hohe Arbeitslosigkeit einzudämmen, müsse die US-Wirtschaft deutlich schneller wachsen als bislang, sagte Bernanke. „QE3 ich komme“, brachte ein Händler die Interpretation der Investoren auf den Punkt. Der Dollar gab zu einem Korb aus sechs Währungen spürbar nach, im Gegenzug stieg der Euro auf ein Tageshoch von 1,3316 Dollar. Vor den Aussagen des Notenbankers hatte die Gemeinschaftswährung auf ihrem Vorwochenniveau von 1,3265 Dollar verharrt.

Auch der japanische Yen profitierte von Bernankes Aussagen. Hatte der Greenback zuvor noch 0,7 Prozent im Plus gelegen, bröckelte es auf 0,3 Prozent ab. Für einen Dollar mussten am Nachmittag noch 82,65 (Tageshoch: 83) Yen gezahlt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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