Anleihen
Rentenmarkt beruhigt sich

Zum Wochenende macht die Bonanza am Währungs- und Devisenmarkt eine Pause. Der Euro pendelt um 1,27 US-Dollar, der Bund-Future verliert leicht. Die Ruhephase könnte nicht von Dauer sein, sagen Marktteilnehmer.
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HB FRANKFURT. Ein versöhnlicher Wochenabschluß naht, der Devisen- und Rentenmarkt hat sich etwas beruhigt. Der Euro bewegte sich in einer engen Spanne um 1,27 Dollar. Der Bund-Future setzte seinen Anfang des Monats begonnenen Abwärtstrend fort und verlor 30 Ticks auf 130,46 Zähler. Ende August hatte der Kontrakt bei 134,77 Zählern ein Rekordhoch markiert. Die zehnjährige Bundesanleihe gab 17 Ticks nach auf 99,04 Zähler und rentierte mit 2,359 Prozent.

Händler gingen davon aus, dass der Run auf deutsche Staatsanleihen bald weitergehen dürfte. Zum einen werde der Bund-Future auf einem Niveau um 130 Punkte als günstig wahrgenommen; zum anderen dürften die deutschen Anleihen wegen der wieder in den Fokus rückenden Schuldenprobleme einiger europäischer Staaten als sichere Häfen nachgefragt werden. "Wir halten es für wahrscheinlich, dass die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe im Laufe der nächsten Monate fallen und dabei neue Tiefstände unter zwei Prozent ausloten wird", hieß es in einem Kommentar der WestLB. "Stützende Faktoren sind die schwachen Konjunktursignale aus den USA, eine nachlassende Konjunkturdynamik im Euroraum, die Aussicht auf lange Zeit tiefe Leitzinsen und die Vorliebe vieler Investoren für Bundesanleihen angesichts der Euro-Staatsschuldenkrise."

Die Aussichten für den Euro sehen Analysten wegen der weiter nicht gelösten europäischen Schuldenkrise eher düster. Mit Argusaugen beobachten die Märkte zudem die abschließenden Verhandlungen über neue Regeln für die Finanzindustrie (Basel III). Ab Sonntag treffen sich die Notenbankgouverneure und Chefs der Bankenaufsichten aus 27 Ländern, um in Basel eine Vorentscheidung über die künftig geltenden Mindestkapitalquoten für Banken festzuzurren. Entschieden wird über das Paket dann auf dem G20-Gipfel im November in Seoul. Bislang deutet sich an, dass Deutschland seinen Widerstand in einigen Punkten aufgegeben hat und die Regeln schärfer ausfallen werden, als die Banken dies wollten. Die Unsicherheit, ob die Geldinstitute die geplanten schärferen Eigenkapitalvorschriften erfüllen können, belastet den Euro. Anleger befürchten, dass im Zweifel der Staat für neue Rettungsaktionen gebraucht wird.

Der Handel mit dem japanischen Yen beruhigte sich vor dem Wochenende. Ein US-Dollar war für knapp 84 (spätes Vortagesgeschäft: 83,82) Yen zu haben. Am Mittwoch war die US-Währung zeitweise zu 83,35 Yen gehandelt worden und damit so günstig wie seit 15 Jahren nicht mehr. Viel diskutiertes Thema in den Handelsräumen blieb die Frage, ob und wann die japanische Notenbank intervenieren wird, um den deutlichen Yen-Anstieg zu stoppen.

Der kanadische Dollar stieg nach optimistisch stimmenden Arbeitsmarktdaten zum Greenback auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Ein US-Dollar war zeitweise für 1,0287 (1,0334) kanadische Dollar zu haben. In Kanada waren im August 35.800 Stellen neu geschaffen worden, erwartet worden war ein Plus von 30 000 Stellen.

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