Anleihen
Schlechte Schuldner – gute Rendite

Die Bonds von Unternehmen mit einer geringen Kreditwürdigkeit schlagen andere Arten von Anleihen. Während die leichte Erholung der Konjunktur die Papiere stützt, dürften Ausfallraten vorerst niedrig bleiben.
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FrankfurtAnleihebesitzer im Euro-Raum müssen in diesem Jahr tapfer sein. Wer Anfang des Jahres Anleihen kaufte und sie jetzt loswerden will, hat nur ganz wenig verdient oder macht sogar ein Verlustgeschäft (siehe Grafik). Schuld daran ist die Entwicklung im zweiten Quartal.

Ein Ausverkauf bei deutschen Bundesanleihen – ausgelöst unter anderem durch aufgehellte Konjunkturdaten im Euro-Raum und höhere Inflationserwartungen – zog schnell weite Kreise. Die Folge: Die Gesamterträge aus Zinseinnahmen und Kursentwicklung fallen bei vielen auf Euro lautenden Anleiheklassen bis dato extrem mager aus oder sind sogar ins Minus gerutscht.

Doch eine Ausnahme gibt es: Die Anleihen von Unternehmen mit schwacher Bonität. Wer Anfang des Jahres in diese Zinspapiere investiert hat, liegt trotz der Kursverluste im zweiten Quartal immer noch deutlich mit 2,7 oder sogar fünf Prozent im Plus. Und das dürfte laut Experten auch so bleiben.


Als Schuldner mit schwacher Bonität gelten die Firmen, denen die Ratingagenturen Bonitätsnoten zwischen „BB+“ und „C“ oder „D“ geben. Ab dem Rating „BB+“ beginnt die Kategorie „Non-Investment-Grade“. Ein Doppel-B-Rating besagt, dass die Schuldner bei schlechterer Konjunktur in finanzielle Schwierigkeiten geraten können. Bei Einfach-B ist selbst bei stabiler Konjunktur der Schuldendienst nicht ganz sicher. Ab Dreifach-C ist die Gefahr eines Zahlungsausfalls groß. Insgesamt sind die Papiere riskant und eignen sich nur als Beimischung im Depot.

Privatanleger sollten dabei auf Fonds setzen – auch weil die Mindestanlagesumme einzelner Anleihen meist bei 100.000 Euro liegt. In aktiv gemanagten Fonds gibt es zudem meist nur wenige Ausfälle. Der Grund: Die professionellen Portfoliomanager analysieren die Firmen stetig und schaffen es meist, vor dem Ausfall zu verkaufen. Aber die Kurse schwanken mitunter stark.

Die Anleihen der bonitätsschwachen Konzerne werden auch Junk-Bonds (Ramschanleihen) genannt. Dabei können auch nachrangige und ausfallgefährdetere Anleihen von an sich noch soliden Unternehmen und Banken von den Ratingagenturen Standard Poor’s, Moody’s und Fitch Junk-Ratings bekommen.

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