Anleihen
Schwache Schuldner geraten unter Druck

Die Euro-Krise meldet sich zurück und verwandelt Staatsbonds aus den Krisenländern wieder zu einer Risikoanlage. Auch Unternehmensanleihen geraten unter Beschuss. Einige Konzerne ziehen ihre Emissionen sogar zurück.
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Europäische Unternehmen mit den schwächsten Bonitätseinstufungen tun sich schwer, Kapital am Bondmarkt zu beschaffen. Die Renditen bewegen sich weiterhin nahe der Höchststände dieses Jahres und Investoren ziehen in Rekordtempo Geld aus dem Junkbondmarkt ab.

"Die Investoren sind vorsichtig", viele halten lieber an ihren Barpositionen fest, nachdem die Renditen gestiegen sind, sagt Axel Potthof, Manager von Hochzinsanleihen bei Pacific Investment Management, die den weltgrößten Bondfonds verwaltet. "Ein weiteres Anziehen der Renditen wird Emissionen mit schwächeren Bonitäten fast unmöglich machen."

Politische Streitigkeiten in Portugal, wo die Regierung sich schwer tut, weiterhin Unterstützung für ihr Sparprogramm zu erhalten, haben dazu geführt, dass die Rendite der zehnjährigen portugiesischen Papiere in der vergangenen Woche erstmals seit November wieder über acht Prozent geklettert ist. Dies erfolgte auf einen Ausverkauf hin, nachdem Spekulationen aufgekommen waren, dass die Federal Reserve eine Reduzierung ihres Bondkaufprogramms vorbereitet. Die durchschnittliche Rendite von Hochzins-Unternehmensanleihen in Euro stieg auf 5,97 Prozent an, verglichen mit einem historischen Tief von fünf Prozent im Mai, zeigen Indexdaten der Bank of America Merrill Lynch.

"Portugal gilt als Musterknabe des Rettungsprogramm und kam doch an den Rand eines Zusammenbruchs", sagte Dimitris Dalipis, Fondsmanager bei Alpha Trust Mutual Fund Alpha Trust Management in Athen. "Die Chancen auf viele neue Transaktionen in den nächsten Wochen sind nun geringer."

Die siebenjährigen Anleihen von Portugal Telecom SGPS im Volumen von einer Milliarde Euro, die größte Emission des Telekomanbieters seit 2009, haben seit der Platzierung am 30. April etwa fünf Prozent an Wert verloren.

Im Juni sind Hochzins-Unternehmenspapiere um 2,1 Prozent gefallen, wie aus Indexdaten von Bank of America Merrill Lynch hervorgeht. Das ist die zweitschlechteste Entwicklung seit November 2011, als Griechenland signalisierte, das Land werde möglicherweise ein Referendum zur Euro-Mitgliedschaft veranstalten.

Im Juni zogen Investoren laut vorläufigen Daten von JPMorgan Chase, die auf 70 Prozent der berichtenden Fonds basieren, 1,7 Milliarden Euro aus europäischen Junk-Investmentfonds ab. Das sind die zweitgrößten je verzeichneten Abflüsse.

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  • Die Euro-Krise meldet sich zurück und verwandelt Staatsbonds aus den Krisenländern wieder zu einer Risikoanlage.
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    Niemals - nicht einmal vor über 25 Jahren! - käme ich auf die Idee, mit dem Ramsch der korrupten Südländer mein Portfolio zu kontaminieren, niemals! Wer deren toxischen Kram erwirbt, kann doch nicht mehr alle Latten am Zaun haben.

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