Anleihen: Türkei bringt Dollar-Langläufer an den Markt

Anleihen
Türkei bringt Dollar-Langläufer an den Markt

Die Verschnaufpause bei den Turbulenzen an den Schwellenländermärkten hat die Türkei genutzt: Das Land bringt eine Dollar-Anleihen an den Markt – mit einer Laufzeit bis 2045. Der Zeitpunkt ist günstig.
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Die Türkei nutzte eine Verschnaufpause bei den Turbulenzen an den Schwellenländermärkten und kam mit einer Dollar-Anleihe mit Laufzeit bis 2045 an den Markt. Der Zeitpunkt erscheint günstig, denn das Land befindet sich mitten in einer Korruptionsuntersuchung und im März stehen Wahlen an, was die Finanzierungskosten in die Höhe zu treiben droht.

Das Land platzierte 31-jährige Bonds im Volumen von 1,5 Milliarden Dollar mit einer Rendite von 6,70 Prozent. Die Emission war mehr als viermal überzeichnet, wie das Finanzministerium am Donnerstag mitteilte. Erst vor wenigen Tagen hatte Slowenien als erstes Schwellenland seit fast drei Wochen den Kapitalmarkt angezapft und 3,5 Milliarden Dollar erlöst.

Die Türkei hat mit dieser Emission und der vorhergehenden im Januar im Volumen von 2,5 Milliarden Dollar mehr als 70 Prozent der für 2014 geplanten Gelder beschafft.

Der Druck auf die Preise türkischer Vermögenswerte hat sich abgeschwächt, nachdem die Zentralbank die Leitzinsen heraufgesetzt hatte, um den Verfall der Lira zu stoppen. Daraufhin zogen die Kurse von Aktien und Anleihen an und die Lira legte die stärkste Rally unter den Schwellenländerwährungen hin.

Die heutige Dollar-Emission wird auch dazu beitragen, die Devisenreserven der Türkei wieder aufzufüllen. Diese sind um neun Prozent abgeschmolzen, seit am 17. Dezember die Untersuchung über Korruption in der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan begann. Zudem stehen am 30. März Kommunalwahlen an.

„Es ist umsichtig, die Finanzen zu stärken und die Finanzierung so schnell wie möglich unter Dach und Fach zu bringen, insbesondere wenn die Turbulenzen weitergehen”, schrieb Markus Schomer, Chefökonom bei PineBridge Investments in New York per E-Mail.

Die politischen Turbulenzen waren ein Faktor bei der Entscheidung von Standard & Poor's, am 7. Februar den Ausblick für die Bonitätsnote der Türkei von „stabil” auf „negativ” herunter zu setzen. S&P benotet das Land eine Stufe unter Investment-grade.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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