Anleihen und Börsencrash
Die neue alte Fluchtburg

Die pessimistische Stimmung an den Aktienmärkten treibt Anleger erneut in als sicher geltende deutsche und amerikanische Staatsanleihen. Doch deren Potenzial ist begrenzt – die Rendite reizt kaum noch.
  • 11

FrankfurtDer Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach. Getreu diesem Motto kaufen Anleger wieder wie verrückt Bundes- und US-Staatspapiere. Eine Mini- oder gar Minus-Rendite ist vielen Investoren offensichtlich lieber als ein unkalkulierbarer Verlust bei Aktien. „Die momentane Risikoaversion stützt vor allem die Nachfrage nach vergleichsweise sicheren Anlageklassen“, meint Hendrik Lodde, Analyst bei der DZ Bank. Und zu diesen relativ sicheren Anlageklassen gehören vor allem Bundes- und US-Staatsanleihen.

Alle anderen Anleihearten – egal ob aus den südeuropäischen Euro-Ländern, von Unternehmen oder Banken sind dagegen in der Anlegergunst gesunken. Entsprechend steigen ihre Risikoprämien im Vergleich zu Bundes- oder US-Staatsanleihen. Dabei gilt: Je schlechter die Bonität, desto höher die Risikoprämien.

Die Kurse von Bundesanleihen und den Treasuries genannten US-Staatspapieren steigen dagegen deutlich. Im Gegenzug sinken ihre Renditen. In Deutschland liegt dabei die Rendite von Staatsanleihen für Laufzeiten von bis zu gut acht Jahren im Minus. Das heißt: Wer heute eine zweijährige Bundesanleihe kauft und bis zur Fälligkeit hält, macht damit einen Verlust von minus einem halben Prozent.

Damit hat die Rendite erneut ein historisches Tief erreicht. Dabei ist der Kurs des Papiers auf knapp 101 Prozent geklettert und liegt über dem Rückzahlungskurs von 100 Prozent. Der Kupon oder Zinsschein des Papiers liegt seit der neuesten Auflegung in der vergangenen Woche wieder bei null Prozent – so erklärt sich die Negativ-Rendite für Investoren.

Bei der in acht Jahren fälligen Bundesanleihe ist die Rendite auf minus 0,05 Prozent abgesackt. Bei der zehnjährigen liegt sie bei nur noch etwas über 0,2 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit März vergangenen Jahres. „Die Flucht in die Qualität intensiviert sich“, beobachten die Strategen der französischen Großbank BNP Paribas. Sie gehen davon aus, dass die zehnjährige Bund-Rendite noch weiter fallen wird. Das Kurspotenzial ist dennoch begrenzt. Selbst wenn die Rendite auf null Prozent fallen würde entspräche das einem Kursanstieg von lediglich gut zwei Prozent. Damit rechnet bislang zwar kaum ein Stratege, doch die Marke ist seit Mitte April vergangenen Jahres fast erreicht.

Kommentare zu " Anleihen und Börsencrash: Die neue alte Fluchtburg"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Schon wieder der falsche Spiegel.

  • (...)

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Den Rest hätten Sie auch löschen sollen, liebe Netiquette.

    Das ist ja nicht zu lesen:

    "iwi"..."Bereichetung"

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%