Anleihen: US-Anleger verwetten sich in Europa

Anleihen
US-Anleger verwetten sich in Europa

Die Idee ist nicht schlecht: Weil die EZB bald europäische Anleihen aufkaufen will, tun US-Investoren das auch. Die Kurse sollten steigen. Doch der immer schwächere Euro macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.
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New YorkEinen wirklichen Vorwurf kann man amerikanischen Investoren nicht daraus machen, dass sie von der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) profitieren wollen. Weil die Währungshüter Anleihen am Markt aufkaufen, sollten die Preise nach oben gehen, lautet die Devise. Doch es gibt ein Problem: Weil die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar eingebrochen ist, waren Unternehmens-Bonds in Euro zuletzt nicht unbedingt ein gutes Geschäft.

Zwar haben Unternehmens-Anleihen in Euro in diesem Jahr 1,4 Prozent zugelegt, wie Index-Daten von Bank of America Merrill Lynch belegen. Doch ein amerikanischer börsennotierter Fonds beispielsweise, der überwiegend solche Bonds besitzt, verlor laut Daten von Bloomberg gleichzeitig rund neun Prozent. Es handelt sich dabei um den International Corporate Bond ETF vom US-amerikanischen Unternehmen State Street Corp. – den zweitschlechtesten Anleihen-ETF der USA in diesem Jahr.

Die große Differenz bei den Erträgen ergibt sich letztlich daraus, wie die Amerikaner ihre europäischen Investments nach Hause bringen. Wenn sie zur Gewinnmitnahme bereit sind, werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach die Euro-Erträge in Dollar umwandeln müssen.

Angesichts von rekordniedrigen Renditen sind derartige Geschäfte am Ende also nichts anderes als eine Wette auf den Euro. Und das scheint wegen des zehnprozentigen Einbruchs des Euro gegenüber dem Dollar im laufenden Jahr ein Stolperstein zu sein. Die durchschnittliche Rendite von weniger als einem Prozent bei europäischen Unternehmens-Anleihen aus dem Qualitätssegment „Investment-Grade” reicht keinesfalls aus, um den Rückgang der Währung auszugleichen.

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„Nicht attraktiv für globale Investoren”

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