Anleihen Volles Risiko und kein Pardon!

Wegen negativer Renditen vieler europäischer Staatsanleihen flüchten Rentenfonds, Versicherer und andere konservative Investoren massenhaft in Ramsch-Investments. Privaten Anlegern drohen ungeahnte Verluste.
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Konservative Großanleger gehen massenhaft ins Risiko, um dem Zinstief zu entgehen. Quelle: Getty Images

Konservative Großanleger gehen massenhaft ins Risiko, um dem Zinstief zu entgehen.

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Anleger schauen derzeit mit Frust auf europäischen Anleihen. Bei deutschen Staatsanleihen fahren sie durchweg negative Renditen bei Papieren mit einer Laufzeit von bis zu sieben Jahren ein. Und auch bei anderen Ländern wie Schweiz mit Top-Rating drohen in Europa negative Renditen, in Österreich und Frankreich etwa bei Staatsanleihen mit Laufzeiten von bis zu vier Jahren.

Angesichts des negativen Renditeumfelds am europäischen Bondmarkt setzen Investoren auf der Jagd nach Rendite auf neue Anlagemöglichkeiten. Dabei gehen sie zunehmend hohe Risiken ein. Das zeigt etwa das Beispiel des 870 Milliarden Dollar schwere norwegische Staatsfonds, der Nigeria in sein Portfolio aufgenommen hat. Die Norweger erhöhten den Anteil von Unternehmensanleihen mit niedrigerem Rating auf den höchsten Wert seit dem Jahr 2006.

Europas größter Versicherungskonzern Allianz setzt jetzt nicht mehr auf deutsche Bundesanleihen, sondern verstärkt auf Hypotheken. Und auch das Asset Management von JP Morgan kauft als spekulativ eingestufte Unternehmensanleihen, um die Renditen zu steigern.

Der Kampf der Europäischen Zentralbank gegen die Deflation hat bei einem Drittel der Staatsanleihen am Euroraum-Bondmarkt, der auf ein Volumen von umgerechnet rund 6,26 Billionen Dollar kommt, die Renditen unter Null gedrückt.

Vor diesem Hintergrund gehen selbst Investoren mit der größten Risikoaversion Wagnisse bei Vermögenswerten und in Regionen ein, die sie vor ein paar Monaten noch nicht einmal erwogen hätten. Damit sind mehr Kunden der unvermeidbaren Kehrseite der Verlockung höherer Erträge ausgesetzt: die Wahrscheinlichkeit von höheren Verlusten.

„Wir bewegen uns in unbekanntem Terrain, was zu Unsicherheit und Fehlern führen wird“, sagt Erik Weisman, Fondsmanager bei MFS Investment Management in Boston. Er kauft Bonds mit längeren Laufzeiten und erhöht den Anteil von bonitätsstarken Staatspapieren in Australien und Neuseeland, die mit die höchsten Renditen in den Industrieländern haben.

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