Anleihen

Wo es noch Rendite gibt

Auch im Zinstief haben clevere Anleger gute Chancen, eine ansehnliche Rendite zu erwirtschaften. Welche Staats- und Unternehmensanleihen sich noch lohnen und warum Bundesbonds Unruhe ins Depot bringen.
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Euro-Münzen mit Bundesadler: Deutsche Staatsanleihen werfen nur noch magere Zinsen ab. Quelle: dpa

Euro-Münzen mit Bundesadler: Deutsche Staatsanleihen werfen nur noch magere Zinsen ab.

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DüsseldorfErst die Finanzkrise, dann die europäische Schuldenkrise und immer wieder neue Turbulenzen an den Märkten – kein Wunder, dass sich Anleger verstärkt nach Sicherheit sehnen. Immerhin 61 Prozent der Deutschen stufen Sicherheit als wichtigsten Aspekt bei der Geldanlage ein, der Gewinn hingegen spielt nur für acht Prozent eine wichtige Rolle.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Union Investment zum Anlegerverhalten im dritten Quartal. Das Sicherheitsbewusstsein der Deutschen hat allerdings fatale Folgen für ihre Geldanlage: Sie setzen auf vermeintlich risikolose Produkte wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch. Doch nach Gebühren, Inflation und Abgeltungssteuer bleibt von den Mini-Zinsen, die diese Sparformen abwerfen, nichts mehr übrig.

Heiße Anlage

Im Gegenteil: Unterm Strich verbrennen übervorsichtige Anleger sogar Geld. Giovanni Gay, Geschäftsführer von Union Investment, warnt deshalb auch: „Wir befinden uns in einem anspruchsvollen Umfeld.  Die historisch niedrigen Zinsen gepaart mit der Inflationsrate von aktuell 2,1 Prozent in Deutschland führen dazu, dass die Menschen mit kurzfristigen Anlagen wie Tagesgeld-Konten reale Verluste erleiden.“

Ein Problem, das nicht neu ist. „Investoren sind schon lange mit negativen Real-Renditen konfrontiert“, sagt Franz-Josef Lörch, Anleihenexperte von JP Morgan Asset Management. „Nun driften auch die nominalen Zinsen Richtung Null.“ Zweijährige Bundesanleihen bringen es gerade mal noch auf eine Rendite von 0,045 Prozent. Auch bei zehnjährigen Bundesanleihen ist die Rendite mit 1,47 Prozent nicht gerade üppig.

Sicherheit hat eben ihren Preis. Wer mit seinen Festverzinslichen real noch Geld verdienen will, muss etwas mehr wagen. „Statt Risiken kategorisch auszuschließen, sollten Anleger dort investieren, wo sie einschätzbar sind und entlohnt werden“, sagt Gay. Vor allem am Anleihemarkt sollte nicht nur auf den sicheren Hafen gesetzt werden, weil die Zinsen auf absehbare Zeit niedrig blieben und Bundesanleihen sehr teuer seien. Vielmehr lohne es sich, nach risikoreicheren Anlageklassen mit hoher Qualität wie Staatsanleihen aus Schwellenländern zu suchen.

Immer mehr Anleger entdecken nach den Aktien aus den Emerging Markets nun auch die Anleihen. „Die Jagd nach Rendite ist eröffnet“, sagt Lörch. Auch wenn die Renditen bei Staatsbonds und bei Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets bereits wieder gefallen seien, gebe es dort immer noch ordentliche Erträge. „Wir sehen vielleicht keine sieben Prozent mehr pro Jahr, aber immer noch eine gute Zusatzrendite gegenüber Staatsanleihen und Unternehmensanleihen aus den entwickelten Ländern“, ergänzt der Anleihenexperte. „Die Risikoaufschläge der Hochzinsanleihen liegen gegenüber US-Staatsanleihen noch immer bei mehr als sechs Prozent“, sagt Lörch. Der langfristige Durchschnitt liegt bei 584 Basispunkten

Auch die Ausfallrate spricht für die Bonds. In den vergangenen zwölf Monaten fielen nur zwei Prozent aus – damit liegt die Ausfallrate signifikant unter dem langfristigen Durchschnitt von 4,1 Prozent. Insgesamt ein gutes Risiko-Ertrags-Verhältnis, meint Lörch und ergänzt: „Hochzinsanleihen sind unsere erste Wahl.“

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9 Kommentare zu "Anleihen: Wo es noch Rendite gibt"

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  • "... Ländern wie Südkorea, Uruguay, Indonesien, China und vielen anderen Emerging Markets.“ (Zitat aus dem Beitrag). Angeblichen Anlage-Expereten, die einen solchen Unsinn von sich geben, wuerde ich schon mal gar nichts glauben. Vor wieviel Jahren war Suedkorea ein "emerging market"? Heute 2,5% Wirtschaftswachstum, schnellste Ueberalterung und geringste Geburtenrate der Welt, Kaufkraftniveau zwischen Japan und Italien, und eine ueberbordende, supermoderne und flaechendeckende Infrastruktur. Was fuer Wachstums- oder Rendite-Phantasien sollen diese Fakten beim ahnungslosen Anleger ausloesen? Und dann in eine Liste von Entwicklungslaendern hineingemogelt ...

  • Schuisel, das ist nicht das Problem

  • Was die WiWo sagt ist einem Richter völlig egal. Und noch dazu ist es nicht immer richtig, was Zeitungen palavern. Vor ein paar Wochen wurde ständig propagiert noch einzusteigen. Seit 1-2 Wochen warnt nun das HB vor dem Einstieg. Was tut es morgen? Vor Monaten empfahlen die Redakteure und Autoren sogar Griechenlandanleihen... Ein Rentner muss von seiner Rente leben. Er hat keine Chance mehr einen Verlust zu kompensieren. Für den Rentner zählt nur noch Sicherheit. Wenn er zu wenig angespart hat, dass er noch Risiko eingehen muss um seine Lebensträume zu verwirklichen, dann hat er VORHER etwas falsch gemacht. Z.B. den Verbraucherschützern, Zeitungen und Zeitschriften geglaubt, welche empfahlen Lebensversicherungen mit 4,x% Garantieverzinsung zu kündigen, in Internet-Aktien zu investieren, Südländeranleihen zu kaufen, Bankaktien zu kaufen,... Erzähl mir nichts. Wer heute in der Presse einen Artikel verfasst, der schreibt am nächsten Tag genau das Gegenteil. Der kluge zukünftige Rentner (also junger Bürger) investiert in verschiedene Klassen. Aktien, Anleihen, Versicherung, Betriebsrente, Edelmetall und Immobilien. Und wenn er eisern auf schwäbische Art spart, dann hat er im Rentenalter auch genug und muss nicht 40% seiner Altersvorsorge zu Höchstkursen im Dax (wohlgemerkt obwohl wir die schwerste europäische Krise seit dem 2. WK durchleben) anlegen. Oder was willst du dem Rentner sagen, wenn seie Altersvorsorge um 20% schrumpft, nur weil der Aktienindex sich eben halbiert hat? Sagst du ihm dann, dass er eben 2 oder 3 Jahre kürzer leben soll?

  • Schuischel, lesen Sie dazu bitte die WIWO. Faustregel ist: 100-60, also 40% Aktien oder Fondsanteile für die Altervorsorge. Ergibt bei 30 Jahren 100-30... Ergibt bei 70 Jahren 100-70...
    Es ist seit Jahren ein offenes Geheimnis dass die Werbung und die Beratung der öffentlich-rechtlichen insuffizient ist. Woran das wohl hängt

  • Dass es in 30 Jahren kein Öl mehr gibt, hat man mir schon vor 30 Jahren erzählt...

  • Aktienfonds in der Rente? Wenn Sie das machen, dann haben Sie als Banker oder Vermögensberater jeden Richter gegen sich. Seinen sie froh, wenn Sie dann nicht hochkant raus geworfen werden. Aktien(fonds) sind in der Rente tabu. Warum? Gehts gut, dann liebt dich der Rentner. Gehts daneben, dann verklagt er dich ("das wollt ich nie", "Beratungsverschulden", "der hat uns was angedreht"...). Und diesen Prozess gewinnt er, je älter der Kläger ist. Also: Rentner werden keine Aktienfonds verkauft. Noch dazu bin ich selbst auch der Meinung, dass ein Aktienfonds für einen Rentner nur als kleine Beimischung sinnvoll ist. Welchen Abschluss haben Sie? Wie kommen Sie auf die Idee einen Rentner einem Risiko des Verlustes seiner Altersvorsorge auszusetzen, nur damit die Erben im Erfolgsfall etwas mehr erben? Ist es angemessen den Rentner diesem Risiko auszusetzen? Unsere Rechtsprechung meint Großteils "nein".

  • „Doch es wird jedem Anleger deutlicher, dass sich die Bonität eines Unternehmens wesentlich leichter einschätzen lässt, als die eines Staates oder Kreditinstituts“

    Selten so einen Unsinn gelesen. Die Informationen aus den meisten Unternehmen (die eben nicht im DAX notieren) sind fragwürdig und letztlich für einen Privatinvestor nicht prüfbar. Das fängt schon damit an, dass die verantwortlichen Berichterstatter häufig selbst im Dunkeln tappen - oder schlicht betrügen. Gerade aktuelles Anschauungsmaterial liefert der österreichische Baukonzern Alpine GmbH: gestern stürzte der Kurs der Anleihe von 104 auf 41 %, weil man plötzlich Rückstellungen aus Projekten vornehmen musste und an der Werthaltigkeit bestimmter Einlagen etc. zweifelt.

  • Die Staatspleite Deutschland halte ich für gar nicht so unwahrscheinlich! Stellen Sie sich einfach nur mal vor, es gäbe plötzlich kein Öl mehr... (was wohl in ca. 30 Jahren der Fall sein wird)! Wie soll dann die Wirtschaft weiter laufen und Steuereinnahmen zur Tilgung der Schulden generieren??

    Deutschland müsste pro Jahr ca. 60 Mrd. EURO Schulden tilgen... Davon sind wir weit entfernt (Neuverschuldung wohl in diesem Jahre bei ca. 20 Mrd.).

    Wer also glaubt, dass deutsche(!) Staatsanleihen sicher sind, sollte mal zum Arzt gehen...

  • Senioren ab 60 Jahre haben ihr Geld auf dem Konto oder dem Sparbuch.Das Volumen beträgt 3 Billionen (2011) EUR. Die Sparkassen und Voksbanken klären nicht auf, oder die Kinder der Senioren kümmern sich nicht.
    Wer glaubt dass z.B. die Kreditanstalt für Wiederaufbau oder Länder wie Bayern oder Baden-Württemberg die Anleihen plus Zinsen nicht zurückzahlen werden, nimmt an dass Deutschland zahlungsunfähig wird bei einer Staatsquote von circa 46%, Arbeitslosen circa 2,8 Mio. und Überschüssen in den Krankenkassen von circ 14 Milliarden.Und wer das glaubt sollte mal zum Arzt gehen...
    Darüberhinaus gibt es für Senioren rgute Aktienfonds. Auch von der Deka oder der Union Invest. Aber die Angestelleten profitieren lieber

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