Anleihenemission
Investoren verbrennen sich bei Telefonica die Finger

Eine 1,5 Milliarden Euro schwere Anleihe begab der Telekommunikationsriese Telefonica zu Beginn des Jahres. Für die Anleger war es ein Fehlschlag, die Entwicklung ist desolat. Experten glauben, den Grund zu kennen.
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Madrid/LondonInvestoren, die bei der Anleiheemission des spanischen Telekommunikationsriesen Telefonica in Januar zugegriffen haben, verbrannten sich die Finger. Das Papier verzeichnet die schlechteste Entwicklung unter den in diesem Jahr aufgelegten Unternehmensanleihen.
Seit der zehnjährige Telefonica-Bond im Volumen von 1,5 Milliarden Euro am 8. Januar an den Markt kam, ist der Kurs um 31 Euro auf 969 Euro je 1.000 Euro Nominalwert gesunken, wie Daten von Bloomberg zeigen. Die Risikoprämie stieg um zehn Basispunkte auf 240 Basispunkte gegenüber dem mittleren Swapsatz.

Telefonica hatte den angesichts rekordniedriger Renditen für sichere Anleihen neuerwachten Risikoappetit der Anleger auf Wertpapiere aus den schwächsten Ländern der Eurozone nutzen wollen.

Europäische Emittenten der Bonitätsklasse „Investment grade” haben Bloomberg-Daten zufolge dieses Jahr bislang Neuemissionen im Volumen von 118 Milliarden Euro aufgelegt, im Vergleich zu 146 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

„Telefonica war wirklich opportunistisch, in dem sie eine Anleihe mit langer Laufzeit und mit einem sehr geringen Spread an den Markt brachte, zu einer Zeit da jeder in Europa Peripherie-Papiere kaufen wollte”, sagt Nicolo Bocchin, Vermögensverwalter bei Aletti Gestielle SGR SpA in Mailand. „Alles hat seinen Preis. Ich denke nicht, dass zehn Jahre zu rund vier Prozent bei Telefonica einen guten Wert darstellen.”

Miguel Angel Garzon, ein Telefonica-Sprecher, wollte sich dazu nicht äußern.

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Der Appetit auf Peripherie-Risiko schwindet

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