Anleihenmarkt: Anleger lassen die Finger von Spanien und Italien

Anleihenmarkt
Anleger lassen die Finger von Spanien und Italien

Investoren sind, trotz Rosenmontag, nicht in Feier- und Geberlaune. Italienische und spanische Anleihen finden wenige Abnehmer, die Renditen steigen. Die Angst wächst, dass die Euro-Krisenkinder ihren Sparkurs verlassen.
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FrankfurtSorgenfalten statt Feierlaune: Am Rosenmontag ließen die Investoren von Anleihen aus Südeuropa lieber die Finger. Es wächst die Angst, dass die Euro-Sorgenkinder Italien und Spanien vor einer Abkehr ihres Sparkurses stehen könnten. Die Kurse der Peripherie-Bonds fielen, die Renditen zogen spürbar an. Erst wenn der Ausgang der Wahlen in Italien klar sei und sich die politische Situation in Spanien beruhigt habe, dürfte es für die Anleihen dieser Länder wieder bergauf gehen, sagte Piet Lammens, Stratege bei KBC.

Zehnjährige spanische Papiere rentierten zu Wochenbeginn bei 5,435 Prozent – nach 5,383 Prozent im Freitagsgeschäft. Ihre italienischen Pendants lagen bei 4,7 nach zuletzt 4,570 Prozent.

Reformwillige Parteien in Italien und Spanien schwächeln

Umfragen in beiden Ländern deuten daraufhin, dass die reformwilligen Parteien an Unterstützung verlieren – wenn auch aus verschiedenen Gründen. In Italien hat die Partei des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zuletzt Boden gutmachen können - Ende Februar wird dort ein neues Parlament gewählt. In Spanien drückt der Korruptionsskandal um Ministerpräsident Mariano Rajoy die Regierungspartei in ein Umfragetief.

Noch seien die Risikoaufschläge für spanische und italienische Bonds zwar weit von den Niveaus entfernt, die Sorgen um die fiskalische Tragfähigkeit rechtfertigten, schrieb Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann in einem Kommentar. „Aber dem Markt dürfte es zunehmend schwerfallen, die Risiken, die im Euroraum bestehen, weiter zu ignorieren.“

Deutlich wird das auch beim Euro : Die Gemeinschaftswährung lag am Montag mit 1,3385 Dollar weit unter ihren Anfang Februar erreichten Höchstständen von 1,3711 Dollar. Für Verunsicherung sorgte – neben der Entwicklung in Italien und Spanien – zudem die anhaltende Debatte um eine aktive Steuerung des Euro-Wechselkurses.

Der französische Finanzminister Pierre Moscovici hatte angekündigt, das Thema bei der Zusammenkunft der Euro-Gruppe am Nachmittag wie auch beim G20-Treffen der Finanzminister am Freitag diskutieren zu wollen. Frankreich sieht in der jüngsten Euro-Stärke Nachteile für die europäische Wirtschaft. Die deutsche Regierung hält die Gemeinschaftswährung allerdings nicht für überbewertet und spricht sich für flexible und am Markt gebildete Wechselkurse aus.

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  • ...es geht nur hintergründig um Italien. Vordergründig geht es um den EURO als Ganzes - alles oder nichts! Und Italien (und Spanien) sind die Baustellen, die der ESM nicht (mehr!) schultern kann.

    Also... rettet die EZB Italien (und Spanien) bleibt der EURO (so einfach!).

    Folglich ist die "(un-)parteilichkeit" von Herrn Draghi zweitrangig. Die anderen 22 Mitglieder im Rat (wohl mit Ausnahme von Deutschlad) werden auch mit "Ja" stimmen - verlassen Sie sich drauf! Denn tun sie es nicht, ist der EURO Geschichte... (und Italien / Spanien und bald darauf auch Frankreich pleite)!

  • 'Philosoph' sagt
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    "...the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough..."

    Zitat Mario Draghi vom 26.07.2012!

    Ich seh das etwas differenzierter: Die EZB wird die Scheine aus Spanien und Italien kaufen! (welche Staatsbürgerschaft hat nochmal Herr Draghi?)
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    Selbst WENN Draghi so parteiisch wäre wie Sie es unterstellen, würde das weniger bedeuten als Sie glauben.

    Denn im Beschlußorgan der EZB, dem EZB-Rat, hat er auch nur eine von 23 Stimmen.

    http://www.ecb.int/ecb/orga/decisions/govc/html/index.de.html

  • 'Jannemann' sagt
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    enthalten Ihre Zahlen auch die Summen, die die Notenbanken der Staaten mal so nebenher drucken und um die die EZB den Mantel des Schweigens hüllt oder reden Sie nur von der offiziellen Geldmenge?
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    Die "offizielle Geldmenge" enthält das Geld das die Notenbanken "nebenher drucken".

    ...

    Zu ihrer Info:

    Die Bilanz der EZB *besteht* aus den konsolidierten Bilanzen der Banken des ESZB (Europäisches System der Zentralbanken).

    Alles was die "Tochtergesellschaften" machen ist automatisch in der "Konzernbilanz" enthalten.

    ...

    Mit der von Ihnen hier vorgeführten Unkenntnis der Struktur der EZB sollten Sie es in Erwägung ziehen, sich um die Position des französischen Finanzministers zu bewerben, wenn diese demnächst frei wird.

    Für diese Positition dürfte Ignoranz ein Vorteil sein.

    Welcher Hollande stellt schon gerne Leute ein, die mehr wissen als er selbst?

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