Anleihenstrategie
Jamaika zeigt Disziplin

Anleihen aus Ländern der Dritten Welt gelten als Risikopapiere. Das gilt auch für Jamaika. Aber das Karibikland überrascht mit einer disziplinierten Haushaltspolitik und guten Ratings.

Außer zweistelligen Zinsen kassierten mutige Käufer der Anleihen aus dem Karibikstaat Jamaika (WirtschaftsWoche 31/2004) kräftige Kursgewinne: Die 10,5-prozentige Euro-Anleihe (bis Februar 2009) kletterte von 103,10 auf 110 Prozent. Der Elf-Prozenter (bis Juli 2012) stieg von 101,58 auf 115,36 Prozent.

Der Kursschub stammt nicht nur aus dem rückläufigen Kapitalmarktzins, sondern weil Jamaika auch Disziplin zeigt: Die öffentlichen Schulden gingen 2005 von 133 auf 127 Prozent des Sozialprodukts zurück. Die Defizitquote sank von sieben Prozent 2004 auf 4,9 Prozent des Sozialprodukts 2005 und könnte 2006 auf drei Prozent zurückgehen. Die Wirtschaft wächst jährlich real mit 2,5 Prozent nach 1,5 Prozent, die Auslandsinvestitionen in Bergbau, Tourismus und Infrastruktur legen kräftig zu.

Inzwischen zeigen sich auch die Ratingagenturen zufrieden. Zwar ordnen sie die Anleihen in die Kategorie B ("sehr spekulativ") ein, aber die Agentur Fitch bestätigte jetzt das B+ für den Schuldner bei stabilen Aussichten, ebenso wie Standard & Poor's und Moody's. Die bis 2009 laufende Obligation bringt beim Kurs von 110 Prozent 5,90 Prozent Rendite (ISIN DE000A0ACPU0). 7,55 Prozent Rendite beim Kurs von 115,87 Prozent verspricht der Elf-Prozenter bis 2012 (ISIN DE000A0DAKG8). Nach wie vor gilt: nur für Risikobereite und nur als Beimischung!

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