Anleiheprogramm läuft aus
Britische Notenbank schickt Rentenmarkt auf Talfahrt

Schock für die Anleger am Staatsanleihenmarkt: Entgegen aller Erwartungen wird die Bank of England ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen nicht aufstocken. In einem ohnehin schwierigen Marktumfeld für Zinspapiere drückte das die Stimmung zusätzlich. Auch deutsche Staatsbonds gerieten in den Sog.

HB FRANKFURT. Ein Paukenschlag der Bank von England (BoE) hat die Kurse an den Rentenmärkten in Europa gedrückt. Völlig unerwartet entschied die britische Notenbank, ihren zur Ankurbelung der Wirtschaft begonnenen Ankauf von Anleihen zunächst nicht aufzustocken. Anleger trennten sich insbesondere von britischen Staatsanleihen (Gilts). Der Terminkontrakt auf Gilts mit langer Laufzeit fiel um 1,4 Zähler auf 117,40 Punkte.

Dies zog auch die von einem starken Aktienmarkt ohnehin belasteten deutschen Staatsanleihen weiter ins Minus. Der Bund-Future gab zeitweise bis um 43 Ticks auf 121,73 Zähler nach und lag im späteren Verlauf noch 28 Ticks tiefer. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,305 (3,266) Prozent.

Auftrieb gab die BoE-Entscheidung dagegen dem Kurs des Pfund Sterling. Zum Dollar stieg die britische Währung auf ein Tageshoch von 1,6270 (Vortagesschlusskurs 1,6056) Dollar. Der Euro fiel auf ein Tagestief von 85,87 (86,39) Pence. „Die jüngste Schwäche des Pfundes war zum Teil von der Erwartung einer Ausweitung des Ankaufprogramms getragen, und die Tatsache, dass das nicht passiert ist, hilft dem Pfund jetzt“, sagte Währungsstratege Audrey Childe-Freeman von Brown Brothers Harriman.

Die Bank of England hatte angekündigt, die Summe für den Kauf von Anleihen bei 125 Mrd. Pfund zu belassen. Erwartet worden war eine Aufstockung um 25 Mrd. Pfund. Den Leitzins bestätigte die Notenbank mit 0,5 Prozent. Im Sog der steigenden Aktienkurse kletterte der Euro wieder zeitweise auf über 1,40 Dollar von 1,3870 Dollar im späten US-Geschäft am Mittwoch. Der Yen stoppte vorerst seinen jüngsten Höhenflug. Die US-Währung stieg zum Yen um 0,3 Prozent auf 93 Yen. Ein überraschend starker Rückgang der wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe stützte Händlern zufolge den Dollar etwas. Der Euro erholte sich um mehr als ein Prozent auf 130 Yen. Am Mittwoch war die japanische Währung zum Dollar auf den höchsten Stand seit Mitte Februar und zum Euro so stark wie zuletzt Mitte Mai gestiegen.

REUTERS

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