Anleihestrategie
Schatzbrief gut abgekupfert

Die US-Investmentbank Morgan Stanley ist dem Liebreiz des Bundesschätzchens verfallen. Und zwar so hemmungslos, dass ihre deutsche Tochter Morgan Stanley Bank das Anlageprodukt fast wie ein Plagiator abkupfert.

Denn das Anlagevehikel heißt wie sein Vorbild Schatzbrief und wird ebenso in zwei Variationen mit jährlich steigenden Zinsen – von 4,0 anfangs bis 5,5 Prozent im siebten Jahr – ausgegeben. Typ A schüttet wie das Bundespapier die Zinsen jährlich aus, Typ B sammelt den Zins an und zahlt ihn samt Zinseszins nach sieben Jahren.

Lumpen lassen sich die Amerikaner nicht: Im ersten Jahr zahlen sie 4,0 Prozent (Bundesschatz 3,75 Prozent), im siebten Jahr 5,50 Prozent (Bund 4,75 Prozent). Dazu kommt ein Bonus: Steht der zwischen Banken übliche Zinssatz Einjahres-Euribor-Swap zum Zeitpunkt der Schatzbrief-Rückzahlung mindestens bei fünf Prozent, gibt es eine Extrazahlung von einem Prozent.

Anleger sind bereits mit der Mindestsumme von 100 Euro dabei. Die müssen sie allerdings über die Börse investieren, denn der Schatzbrief ist eine Anleihe – mit allen Vor- und Nachteilen, etwa bei den Bankspesen. Zudem liegt der Rücknahmekurs niedriger als der Ausgabekurs (aktuell 99,50 zu 100 Prozent, Typ A; 99,85 zu 100,85 Prozent,Typ B).

Dazu kommen weitere Risiken: Steigt das Zinsniveau, sinken wie bei allen Anleihen die Kurse – steigen allerdings auch bei gegenläufiger Entwicklung. Zudem trägt der Anleger das Emittentenrisiko wie bei einer Unternehmensanleihe, wenn Morgan Stanley nicht mehr zahlen könnte. Eine Einlagensicherung entfällt also.

Das Risiko erscheint beherrschbar: Aktuell stuft die Ratingagentur Standard & Poor’s den 1935 gegründeten Finanzdienstleister mit AA- ein, drei Stufen unter dem Bundesschätzchen. ISIN DE000MS2U2B9, Typ A; DE000MS2UW16, Typ B.

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